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Zuverlässigkeit und klinischer Stellenwert der intraoperativen Schnellschnittdiagnostik bei Tumorpatienten der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Virchow - Klinikums Berlin
Neisius, Thomas

HaupttitelZuverlässigkeit und klinischer Stellenwert der intraoperativen Schnellschnittdiagnostik bei Tumorpatienten der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Virchow - Klinikums Berlin
TitelvarianteReliability and clinical relevance of frozen-section diagnosis in maxillofacial surgery
AutorNeisius, Thomas
Geburtsort: Saarbrücken
GutachterProf. Dr. Dr. B. Hell
weitere GutachterPD Dr. Dr. K.D. Wolff
Prof. Dr. Dr. M. Herzog
Freie Schlagwörterfrozen section; intraoperative diagnosis; lymph node metastases; histological margins; prognosis; margin diagnosis; carcinoma
DDC610 Medizin und Gesundheit
ZusammenfassungZur Evaluierung der Zuverlässigkeit von Schnellschnitten wurden retrospektiv 588 Schnellschnittanforderungen in Bezug auf ihre Aufgabenstellung analysiert.
Zur Beurteilung der prognostischen Relevanz wurden die Daten von 252 Tumoroperationen mit intraoperativ schnellschnittkontrollierten Randverhältnissen nachverfolgt und die beobachteten Rezidivraten statistisch in Bezug zu den Randbefunden gestellt.

Es zeigte sich eine diagnostische Lücke von rund 10 %, in der keine eindeutige Diagnose gestellt werden konnte. Diese Lücke bezog sich ausschließlich auf Tumoren der Speicheldrüsen und des lymphatischen Gewebes sowie auf Ameloblastome. Für die alleinige Differenzierung zwischen benignen und malignen Prozessen war das Verfahren jedoch auch für diese Tumorarten adäquat. Für Karzinome und Basaliome stellte die intraoperative Schnellschnittdiagnose mit einer hohen Reproduzierbarkeit ein geeignetes Kriterium zur intraoperativen Entscheidungsfindung dar.
Zu 98 % wurden die Ergebnisse der Lymphknotenbeurteilungen bestätigt. Allerdings konnten mit der Schnellschnittdiagnostik nur 86 % aller Metastasen entdeckt werden.
Die Wahrscheinlichkeit, in der intraoperativen Randbeurteilung sowohl ein eindeutiges als auch ein richtiges Ergebnis zu erhalten, betrug insgesamt über 90 %. Die Fehlerrate der Schnellschnittergebnisse verdreifachte sich von ursprünglich 5 % in der Erstoperation nach wiederholter Operation auf über 15 %.
Primäre Randfreiheit im Schnellschnitt hatte dabei eine günstigere Prognose als erst in einer nachfolgenden Operation erreichte Randfreiheit. Bei nicht erreichter Randfreiheit im ersten Eingriff konnte durch Nachbestrahlung zwar die Rezidivwahrscheinlichkeit gesenkt werden, erreichte aber die Prognose von randfreien Nachresektionen bei weitem nicht. Nicht sicher und knapp freie Randbefunde sowie Randbefunde mit prämalignen Veränderungen konnten nicht wesentlich zur Senkung des Rezidivrisikos beitragen. Hier sollte bei entsprechenden Schnellschnittbefunden intraoperativ bis zum Erreichen eines eindeutig freien Randbefundes nachreseziert werden.
Der prognostische Wert der Randbefunde differierte in Abhängigkeit von der Lokalisation und Größe des Tumors. Mundbodenkarzinome und Tumoren des Stadiums III und IV rezidivierten nach Resektion mit freiem Rand überproportional häufig. Die Beobachtung legt nahe, dass bei zunehmender Größe und Unzugänglichkeit des Operationsgebietes randrepräsentative Proben schwieriger zu gewinnen sind. Die relativ hohe Rezidivwahrscheinlichkeit der Alveolarfortsatzkarzinome ist in der diagnostischen Lücke von Schnellschnitten im knöchernen Gewebe zu suchen; die hohe Rezidivwahrscheinlichkeit von Basaliomen der Orbitaregion eher in einer weniger radikal angelegten Operation.
Dokumente
PDF-Datei von FUDISS_thesis_000000101299
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Fachbereich/EinrichtungMedizinische Fakultät Charité - Universitätsmedizin Berlin
Erscheinungsjahr1998
Dokumententyp/-SammlungenDissertation
Medientyp/FormatText
SpracheDeutsch
Rechte Nutzungsbedingungen
Tag der Disputation23.03.1998
Erstellt am22.03.2016 - 10:23:54
Letzte Änderung23.03.2016 - 11:11:13
 
Statische URLhttp://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000101299
URNurn:nbn:de:kobv:188-fudissthesis000000101299-6
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