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Klinischer Methodenvergleich des präimplantologischen Managements der Extraktionsalveole
Neisius, Thomas

HaupttitelKlinischer Methodenvergleich des präimplantologischen Managements der Extraktionsalveole
TitelvarianteClinical comparison of the management of the extraction socket before implantation
AutorNeisius, Thomas
Geburtsort: Saarbrücken
GutachterN.N.
weitere GutachterN.N.
Freie Schlagwörtersocket / ridge preservation; classification scheme; Tuber-Os-Mucosa graft; composite graft: implantation probability
DDC610 Medizin und Gesundheit
ZusammenfassungEinleitung
Das Zahnfach unterliegt nach der Extraktion einer Atrophie mit Veränderung der Abmessungen. Alveolarfortsatzerhaltende Maßnahmen sollen die Ausgangssituation bei der späteren Implantatsetzung verbessern. Das Ziel dieser randomisierten kontrollierten Studie ist die Bewertung des Nutzens zweier unterschiedlicher Socket Preservation Maßnahmen.
Methodik
120 Fälle von Zahnentfernungen in der ästhetischen Zone wurden stratifiziert randomisiert drei Studienarmen zugeteilt:
Eine Gruppe erhielt eine Verfüllung der Alveole mit einem porcinen Kollagenkegel und Abdeckung mit einer Membran.
Die andere Gruppe erhielt ein autologes Composit-Transplantat aus Tuberknochen mit bedeckender Mukosa.
In der Kontrollgruppe erfolgte die Heilung durch Koagelbildung.
Der Grund des Zahnverlustes, die Lokalisation und die Defektsituation wurden dokumentiert und die Alveole vermessen.
Zur Einteilung der Defektsituation bei Extraktion und Implantation wird dafür ein funktionelles Klassifikationschema vorgeschlagen:
Bei Klasse I liegen alle Alveolenwände im physiologischen Bereich unter der gedachten Schmelz-Zement-Grenze.
In Klasse II sind eine bis drei Regenerationsflächen höhenreduziert.
In Klasse III ist die Alveolenhöhe insgesamt reduziert.
Nach 4 Monaten erfolgte eine Frühimplantation.
Zur Evaluation wurden die Implantationswahrscheinlichkeit, die Defektsituation, metrische Knochenrandveränderungen und die Notwendigkeit weiterer Knochenaufbauten betrachtet.
Die Kosteneffizienz der unterschiedlichen Maßnahmen wurde berechnet.
Ergebnisse
In der Kollagengruppe war die Implantationswahrscheinlichkeit nicht höher als in der Kontrollgruppe. Nur in Fällen mit Parodontitis marginalis profunda fand sich ein Vorteil, der statistisch nicht signifikant war.
Der Verlust von Alveolarfortsatzbreite konnte reduziert werden. Am offensichtlichsten war der stabilisierende Effekt durch Kollagenkegel im entzündlich veränderten Parodontalgewebe. Signifikanz wurde nicht erreicht.
Für den routinemäßigen Einsatz in allen Fällen zeigte sich eine negative Kosteneffizienz.
In der Gruppe mit autologen Tuber-Os-Mukosa Transplantaten war die Implantationswahrscheinlichkeit signifikant höher als in der Kollagengruppe.
In den Untergruppen ohne Parodontitis marginalis profunda sowie in den Klassen I und III war die Implantationswahrscheinlichkeit allerdings nur gering erhöht.
Die klinische Breite wurde in allen Untergruppen mit Ausnahme der Klasse III signifikant verbessert.
Es zeigte sich eine positive Kosteneffizienz für den Patienten und eine ausreichende Profitabilität für den Behandler.

Schlussfolgerung
Für Klasse I Defekte ohne entzündliche Veränderungen ist eine natürliche Abheilung ausreichend. Bei entzündlichen Veränderungen des Parodonts reduziert ein Kollagenkegel oder ein Tuber-Os-Mukosa Transplantat den Breitenverlust.
Bei Klasse II Defekten verbessert ein Transplantat das Knochenangebot und die Implantationswahrscheinlichkeit.
Bei Klasse III Defekten können Socket Preservation Maßnahmen später notwendig werdende Knochenaufbauten nicht verhindern.
Dokumente
PDF-Datei von FUDISS_thesis_000000101298
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Fachbereich/EinrichtungMedizinische Fakultät Charité - Universitätsmedizin Berlin
Erscheinungsjahr2016
Dokumententyp/-SammlungenDissertation
Medientyp/FormatText
SpracheDeutsch
Rechte Nutzungsbedingungen
Tag der Disputation05.06.2016
Erstellt am11.05.2016 - 10:05:07
Letzte Änderung11.05.2016 - 10:06:49
 
Statische URLhttp://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000101298
URNurn:nbn:de:kobv:188-fudissthesis000000101298-7
Zugriffsstatistik
E-Mail-Adressetneisius@web.de