Dissertationen online der Freien Universität Berlin

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Lithikfunde des 7. Jahrtausends v. Chr. in der nördlichen Levante
Rokitta-Krumnow, Dörte

HaupttitelLithikfunde des 7. Jahrtausends v. Chr. in der nördlichen Levante
TitelzusatzDie Entwicklung der Steingeräteindustrie der spätneolithischen Siedlung Shir/Syrien
TitelvarianteChipped Lithic assemblages of the 7th millennia BC in the Northern Levant
Zusatz zur TitelvarianteThe development of the chipped stone industry of the Late Neolithic settlement of Shir/Syria
AutorRokitta-Krumnow, Dörte
Geburtsort: Parchim
GutachterProf. Dr. Dominik Bonatz
weitere GutachterPD Dr. Karin Bartl
Freie SchlagwörterSyria; pottery neolithic; chipped stones; material analysis
DDC956 Geschichte des Nahen Ostens
ZusammenfassungDer Fundplatz Shir konnte durch den Survey des mittleren Orontes (Deutsches Archäologisches Institut), unter der Leitung von Karin Bartl (2003-2005), im Jahre 2005 entdeckt werden. Er liegt ca. 12km nordwestlich der Provinzhauptstadt Hama, auf einem Plateau, 30m oberhalb des Orontes-Nebenflusses Nahr as-Sarut. Die Lage an einer Flussaue sowie in einer offenen Waldlandschaft, eine permanente Wasserversorgung durch Flüsse, Wadis und Karstquellen wie auch die fruchtbaren Böden und das milde Klima begünstigen eine landwirtschaftliche Nutzung und schafften die Voraussetzung für eine lange Besiedlungsdauer, die das gesamte keramische Neolithikum umfasst (ca. 7.000–6.200/6.100 BC).
Untersuchungsschwerpunkt bilden die lithischen Kleinfunde der Tiefschnittsequenz K7 und L7 der Jahre 2005 bis 2007. Es wurden 35.651 Silex- und Obsidian-Artefakte analysiert. Fragenkomplexe wie Rohmaterialbeschaffung und -ökonomie, Produktionsprozess und die darin angewendeten Kernreduktionsverfahren, Grundformenwahl und Zusammensetzung sowie Veränderungen des Werkzeugkastens und Organisation der lithischen Produktion ergaben sich. Die Rohstoffversorgung fiel für Shir sehr günstig aus, da hochqualitativer Silex direkt unterhalb der Siedlung anstehend ist. Darüber hinaus sind weitere Silices guter Qualität in der näheren Umgebung verfügbar. Daneben findet sich zu geringen Anteilen (<2%) aus kappadokischen Lagerstätten stammender Obsidian.
Die Art und Anzahl der Kerne und Kernpräparationsprodukte belegen, dass die Silex-Bearbeitung vor Ort stattgefunden hat. Alle Abbausequenzen und deren Produkte liegen vor. Zwar dominiert die Abschlagproduktion, doch auch uni- und bidirektionale Klingenproduktion sind vertreten. Das nahezu Fehlen von Obsidian-Kernen und Kernpräparationsabfällen lässt auf einen Import von Grundformen oder aber fertigen Geräten schließen. Die Geräteproduktion ist meist an Klingen orientiert. Daneben sind retuschierte Klingen häufiger vertreten als retuschierte Abschläge. Hinsichtlich typologischer Aspekte ist das lithische Material in Shir mit anderen kontemporären Siedlungen Nordwestsyriens vergleichbar. Der Werkzeugkasten setzt sich hauptsächlich aus nicht formalen Geräten zusammen, welche als Multifunktionswerkzeuge anzusprechen sind. Daneben sind Schaber und Sicheln häufig vertreten. Bohrer und Stichel finden sich in allen Bauschichten selten, gleiches gilt für Geschossspitzen und Dolche. Insbesondere die Speerspitzen, Geschossspitzen sowie Schleudergeschosse und Bolas sind Teil eines Waffenrepertoires, das verschiedene Jagdtechniken belegt. Beachtenswert ist das vermehrte Auftreten bidirektionaler Langklingen sowie naviformer Kerne in den jüngsten Bauschichten. Aufgrund der Art der Kernreduktion kann in eine Produktion auf Haushaltsebene und eine spezialisierte Produktion unterschieden werden. Handwerkliche Spezialisierung kann anhand der Klingendepotfunde, der Obsidian-Industrie sowie der Perlenproduktion indirekt nachgewiesen werden. Überregionale Vergleichsstudien konnten darüber hinaus belegen, dass insbesondere die lokale Versorgung mit hochqualitativem Rohmaterial zu einem Fortleben PPNB-zeitlicher Artefakte bis ins späte keramische Neolithikum führen. Dies kann wohl auch die PPNB-Reminiszenzen in Shir erklären, obgleich eine präkeramische Vorgängersiedlung bislang nicht nachgewiesen werden konnte.
Dokumente
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Katalog
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Seitenzahl384, 203 S.
Fachbereich/EinrichtungFB Geschichts- und Kulturwissenschaften
Erscheinungsjahr2012
Dokumententyp/-SammlungenDissertation
Medientyp/FormatText
Bild
SpracheDeutsch
Rechte Nutzungsbedingungen
Anmerkungen des Autorszwei Bände: Text und Katalog
Tag der Disputation16.07.2010
Erstellt am27.03.2012 - 06:53:27
Letzte Änderung09.04.2018 - 18:21:05
 
Statische URLhttp://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000036609
URNurn:nbn:de:kobv:188-fudissthesis000000036609-8
Zugriffsstatistik
E-Mail-Adressed.rokitta-krumnow@gmx.de