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Schrittmacherbasierte Analyse der atrioventrikulären Leitung und atrialer Tachyarrhythmien bei Patienten mit primärer symptomatischer Sinusknotendysfunktion unter Therapie mit einem bidirektionalen AAI(R)-DDD(R)-Umschaltmodus
Trautmann, Frederike

HaupttitelSchrittmacherbasierte Analyse der atrioventrikulären Leitung und atrialer Tachyarrhythmien bei Patienten mit primärer symptomatischer Sinusknotendysfunktion unter Therapie mit einem bidirektionalen AAI(R)-DDD(R)-Umschaltmodus
TitelvariantePacemaker-based analysis of atrioventricular conduction and atrial tachyarrhythmias in patients with primary sinus node dysfunction treated with a bidirectional AAI(R)-DDD(R) switch mode
AutorTrautmann, Frederike
Geburtsort: Rostock
GutachterPD Dr. med. M. Stockburger
weitere GutachterProf. Dr. med. U. Wiegand
PD Dr. med. C. W. Israel
Freie Schlagwörtersinus node dysfunction; dual-chamber pacemaker; AAISafeR mode; SafeR mode; AAI(R) mode; DDD(R) mode; ventricular pacing preventi
DDC610 Medizin und Gesundheit
ZusammenfassungBradykardien bei Sinusknotendysfunktion (SND) können mittels Vorhofstimulation (AAI(R)) therapiert werden, wobei AAI(R)-Schrittmacher (SM) keine ventrikuläre antibradykarde Absicherung gewährleisten. Die meisten Patienten mit SND werden mit Zweikammer-Schrittmachern (SM) behandelt, um eine ventrikuläre antibradykarde Absicherung bei unerwarteten sekundären höhergradigen atrioventrikulären (AV) Leitungsstörungen zu gewährleisten. Dieses Vorgehen erscheint jedoch problematisch angesichts zunehmender Informationen über nachteilige Effekte rechtsventrikulärer Stimulation hinsichtlich ventrikulärer Desynchronisation, Proarrhythmogenität und Herzinsuffizienz. Die Datenlage hinsichtlich der Inzidenz von AV-Blockierungen bei SND ist spärlich und basiert auf klinischen Ereignissen, da konventionelle SM keine Beurteilung der intrinsischen AV-Leitung erlauben. Ziel dieser Studie war die Quantifizierung, Validierung und funktionelle Bewertung unvorhergesehener AV-Blockierungen sowie die Dokumentation atrialer Tachyarrhythmien (AT) anhand der Auslesung des Schrittmacherspeichers und der Interpretation von Elektrogrammen eines neuartigen Zweikammersystems, welcher zur Vermeidung unnötiger Kammerstimulation die Möglichkeit zur angepassten bidirektionalen Umschaltung zwischen AAI(R) und DDD(R) besitzt (AAIsafeR-Modus).
Insgesamt 58 Patienten mit symptomatischer SND ohne AVB > I° wurde ein Zweikammer-SM mit dem AAIsafeR-Modus (Sorin Symphony DR) implantiert. Nach einem medianen Beobachtungszeitraum von 10 Monaten wurden Stimulationsanteile, AV-Block-Episoden und AT-Episoden aus dem SM-Speicher ausgelesen. Die Episoden wurden anhand gespeicherter Elektrogramme validiert. AV-Block-Episoden wurden als potentiell relevant klassifiziert, wenn zwei konsekutive AV-Überleitungen ausfielen oder wenn Umschaltungen nach DDD(R) aufgrund des AV-Block I° oder AV-Block II°-Kriteriums unter Belastung auftraten.
Die Patienten (70  10 Jahre, 28 männlich) erfuhren median 90 AAI(R)-DDD(R)-Umschaltepisoden (7 – 1084). Bei 32 Patienten (55 %) traten potentiell relevante AV-Block-Episoden auf. Ein AV-Block III° fand sich bei 23 (40 %), während bei 9 (16 %) höchstens ein AV-Block II° unter Belastung nachweisbar war. Die Validierung zeigte eine hohe Qualität der SM-basierten Klassifizierung. Wenige Episoden wurden zwar technisch korrekt eingeordnet, bei der Validierung jedoch als klinisch inadäquat klassifiziert aufgrund von blockierten SVES (15 %), VES (3 %), akzeleriertem idioventrikulärem Rhythmus (5 %) und atrialem Undersensing (1 %). Die mediane kumulative Prävalenz von Kammerstimulation betrug 0 (0 – 16) % und differierte signifikant zwischen Patienten mit [1 (0 – 49 %] und ohne [0 (0 – 2) %] vorbekanntem AVB I° (p = 0,04). Die mediane kumulative AT-Prävalenz betrug 0,03 (0 – 26) min/Tag. Einziger multivariater Prädiktor der AT-Prävalenz war die Häufigkeit von Kammerstimulation (p < 0,001).
Potentiell relevante sekundäre AV-Block-Episoden treten also bei einem hohen Anteil von Patienten mit primärer SND und implantiertem Zweikammer-SM auf. Demzufolge erscheint das Bestreben, diese Patienten ventrikulär abzusichern gerechtfertigt. Trotz der hohen Inzidenz relevanter AV-Blockierungen wird der Stimulationsanteil in der Kammer durch den AAIsafeR-Modus sehr niedrig gehalten. Auch für den noch verbleibenden sehr niedrigen Kammerstimulationsanteil ließ sich noch ein atriale Arrhythmien fördernder Effekt nachweisen. Für die endgültige Bewertung der ventrikulären Stimulationsprävention im AAIsafeR-Modus müssen die Resultate der bereits unternommenen Studien mit klinischen Endpunkten noch abgewartet werden.
Dokumente
PDF-Datei von FUDISS_thesis_000000035908
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Fachbereich/EinrichtungMedizinische Fakultät Charité - Universitätsmedizin Berlin
Erscheinungsjahr2012
Dokumententyp/-SammlungenDissertation
Medientyp/FormatText
SpracheDeutsch
Rechte Nutzungsbedingungen
Tag der Disputation24.02.2012
Erstellt am26.01.2012 - 07:02:44
Letzte Änderung21.02.2012 - 11:40:01
 
Statische URLhttp://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000035908
URNurn:nbn:de:kobv:188-fudissthesis000000035908-8
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Stand: 28.02.2010

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