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Was ist ein Philosoph?
Ossenkopp, Jörg

HaupttitelWas ist ein Philosoph?
TitelzusatzPhilosophie und Autobiographie bei René Descartes
TitelvarianteWhat is a philosopher?
Zusatz zur TitelvariantePhilosophy and autobiography in Descartes
AutorOssenkopp, Jörg
Geburtsort: Goslar/Harz
GutachterProf. Dr. Sybille Krämer
weitere GutachterProf. Dr. Ulrich Johannes Schneider
Freie SchlagwörterDescartes; Philosopher; Philosophy; Autobiography
DDC100 Philosophie
ZusammenfassungEin Philosoph ist für Descartes jemand, der Philosophie auf das eigene Leben anwendet, um eine bestimmte Lebensform zu erreichen. Für Descartes ist diese Art von Philosophie als Lebensform seine eigene Spielart des Rationalismus. Eigentlich ist nur derjenige wirklich ein Philosoph, der sich nur um das kümmert, was er selbst in der Gewalt hat. Für Descartes sind dies nur die eigenen Gedanken. Hierfür ist es für Descartes unerläßlich, die eigenen Gedanken vom Rest zu trennen, d.h. vom Körperlichen, vom eigenen Körper. Dies wiederum ist der Hauptzweck der Zweifelsmeditation, die mit dem Cogito abgeschlossen wird, und dies zu etablieren ist etwas, was Descartes für sich als wirklich neu in der Geschichte der Philosophie in Anspruch genommen hat. Meditation hat für Descartes Gewohnheitsumbildung und Selbsttransformation zum Ziel. Descartes ist somit weniger ein Philosoph des Subjekts, sondern ein Philosoph des Selbst, in Foucaults Sinn ein Philosoph der Sorge um das Selbst. Descartes zeugt von dieser Verbindung von philosophischer Wahrheit und seinem eigenen Leben ganz im Sinne der von Foucault analysierten Parrhesia durch Autobiographie; gleichzeitig ist Autobiographie das Aufzeigen eines Weges, den seine Leser nachvollziehen können, um selbst den Status eines echten Philosophen nach Descartes zu erreichen. Autobiographie ist besonders auf Rezeption angewiesen, und Meditation baut traditionell auf Lektüre auf. Dementsprechend betont Descartes immer wieder die Wichtigkeit der richtigen Lektüreweise seiner von ihm autobiographisch dargebotenen Meditationen. Das Cogito schließlich ist kein Grundstein eines philosophisch-wissenschaftlichen Systems, sondern wesensmäßig unvollkommen und eröffnet somit einen Prozess der epistemisch-moralischen Perfektionierung, der wiederum von Descartes autobiographisch dargestellt wird.
InhaltsverzeichnisEinleitung: Descartes als praktischer Philosoph 4
Synopsis der folgenden Kapitel 14
1. Der Discours de la méthode als philosophische Autobiographie 17
1.1 Über das Verhältnis von Autobiographie und Philosophie im Discours 17
1.1.1 Autobiographie, Fiktion, Geschichte 18
1.1.2 Das Publikum des Discours: Lektüre und Offenheit 24
1.1.3 Philosophische Allgemeinheit, autobiographische Partikularität 28
1.1.4 Vernunft und Physiologie des Denkens 35
1.1.5 Autobiographische Kritik zwischen Allgemeinem und Partikularem 39
1.2 Autobiographie und die Denkfiguren von Weg und Haus 45
1.2.1 Weg, Methode, Autobiographie 46
1.2.2 Zwei, drei Häuser des Selbst: Descartes' morale par provision 61
1.3 Autobiographie als philosophische Selbsttechnik 80
1.3.1 Autobiographie als Selbsttechnik vor dem Discours 81
1.3.2 Descartes' philosophische Konversion 87
1.3.3 Descartes als frühneuzeitlicher Parrhesiast 100
2. Die Meditationen als autobiographische Philosophie 117
2.0 Einleitung: Argumente und Meditationen 117
2.0.1 Cavell 118
2.0.2 Descartes 124
2.1 Meditation und Rezeption 128
2.1.1 Descartes und die Kultur der Meditation im 17. Jahrhundert 128
2.1.2 Caterus als scholastischer Leser 131
2.1.3 Arnauld als augustinischer Leser 139
2.2 Skepsis als transformierende Meditationspraktik 143
2.2.1 Elemente der Zweifelsmeditation 146
2.2.2 Meditative Lektüre 156
2.2.3 Wahrheit und Übung 165
2.3 Cogito und Autobiographie 171
2.3.1 Wer bin ich? 171
2.3.2 Das Cogito ist kein Argument 177
2.3.3 Perfektionismus und die Unvollkommenheit des Cogito 182
2.3.4 Autobiographie und Physiologie des Denkens 192
3. Was ist ein Philosoph? 203
3.1 Gassendi als Nicht-Philosoph 203
3.2 Zusammenfassung 211
Literaturverzeichnis 214
Ausgaben der Texte von Descartes 214
Andere Texte 215
Dokumente
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Seitenzahl226 S.
Fachbereich/EinrichtungFB Philosophie und Geisteswissenschaften
Erscheinungsjahr2012
Dokumententyp/-SammlungenDissertation
Medientyp/FormatText
SpracheDeutsch
Rechte Nutzungsbedingungen Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk bzw. Inhalt steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine Bearbeitung 3.0 Unported Lizenz.
Anmerkungen des AutorsGleichzeitig erschienen im Verlag epubli, Berlin, ISBN 978-3-8442-1442-0
Tag der Disputation20.10.2011
Erstellt am06.01.2012 - 11:05:16
Letzte Änderung28.09.2015 - 12:22:02
 
Statische URLhttp://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000025764
URNurn:nbn:de:kobv:188-fudissthesis000000025764-7
Zugriffsstatistik
E-Mail-Adressejoerg.ossenkopp@gmail.com