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Neue Optionen zum Einsatz des Diodenlasers in der Behandlung therapie-refraktärer oto-rhinologischer Erkrankungen
Caffier, Philipp P.

HaupttitelNeue Optionen zum Einsatz des Diodenlasers in der Behandlung therapie-refraktärer oto-rhinologischer Erkrankungen
TitelvarianteNew options for diode laser application in the treatment of therapy-refractory otorhinologic diseases
AutorCaffier, Philipp P.
Geburtsort: Berlin
GutachterProf. Dr. med. Karl Hörmann
weitere GutachterPrim. Univ.-Prof. Dr. med. Klaus Albegger
Freie SchlagwörterLASER; diode LASER; LASER surgery; photodynamic therapy; treatment option; quality of life
DDC610 Medizin und Gesundheit
ZusammenfassungIn experimentell-labortechnischen und klinisch-praktischen Anwendungen wurden neue Optionen zum Einsatz des Diodenlasers in der Behandlung anderweitig therapie-resistenter bzw. -refraktärer oto-rhinologischer Erkrankungen untersucht. Im Alltag des HNO-Arztes haben in diesem Bereich insbesondere die rezidivierende Otitis media chronica cholesteatomatosa (Cholesteatom), die Rhinitis medicamentosa, die rezidivierende Polyposis nasi, die therapie-resistente allergische Rhinitis, und die chronische Dysfunktion der Tuba auditiva (Eustachii) eine besondere Bedeutung.

Beim Cholesteatom erwiesen sich die eingesetzten Laser und Absorptionsverstärker als potentiell geeignete Instrumente einer lasergestützten Cholesteatom-Chirurgie. Die dargestellten Verfahren führten in vitro zu einer Zerstörung von bis zu 92% aller gefärbten und bestrahlten Cholesteatom-Zellen, während ungefärbte bestrahlte Zellen nicht beeinträchtigt wurden. Mit den verwendeten Antikörpern war jedoch aufgrund von Kreuzreaktionen mit Mukosazellen keine selektive Zellmarkierung zu erzielen. Für eine zukünftige Realisierbarkeit einer postoperativ durchgeführten, selektiven Laserbestrahlung residualer Cholesteatomzellen zur Senkung der Rezidivrate bleibt es weiterführenden Untersuchungen vorbehalten, das Chromophor an einen spezifischen Antikörper zu koppeln, der ausschließlich an ein charakteristisches Cholesteatom-Oberflächenantigen bindet.

Bei Patienten mit therapie-refraktärer Rhinitis medicamentosa führte die Diodenlaser-basierte Reduktion der infolge Tachyphylaxie und „rebound“-Schwellung hyperplastischen unteren Nasenmuscheln zu einer langfristigen Besserung der nasalen Obstruktion. Dank der optimierten Nasenatmung konnte in der großen Mehrzahl der Fälle die psychophysische Abhängigkeit von abschwellenden Nasentopika („Privinismus“) durchbrochen und eine dauerhafte Heilung vom schleimhautschädigenden topischen Vasokonstriktiva-Abusus erreicht werden.

Bei rezidivierender Polyposis nasi erwies sich die Diodenlaser-Polypektomie als hilfreich, die Hauptsymptome Nasenatmungsbehinderung und Dys-/Anosmie durch eine optimierte Ventilation bzw. die Freilegung der Polypen-verlegten Rima olfactoria deutlich zu verbessern. In Kombination mit einer hochdosierten, topischen Beclometason-Dipropionat-Anwendung resultierte bei den meisten Patienten eine langfristige Stabilisierung des Lokalbefundes. Neben einer Steigerung der Lebensqualität besteht dank der problemlosen minimal-invasiven Re-Applikationsmöglichkeit dieser Behandlungsoption die Aussicht, „große“ NNH-Eingriffe in Vollnarkose herauszuzögern bzw. zu reduzieren.

Bei Patienten mit schwerer saisonaler und perennialer allergischer Rhinitis ließen sich mittels endonasal-laserchirurgischer Abtragung hyperplastischer Nasenmuscheln und obstruierender Septumpathologien alle typischen Allergie-assoziierten nasalen Symptome bessern, insbesondere Obstruktion und Rhinorrhoe. Risikoreiche Daueranwendungen von topischen Vasokonstriktiva und systemischen Kortikosteroiden können vermieden werden, da mit dieser Therapieoption bei insuffizienter oder kontraindizierter antiallergischer Standardtherapie ein guter Behandlungserfolg zu erzielen ist.

Bei therapie-resistenter chronischer Tubendysfunktion mit gestörtem tympanalen Druckausgleich ermöglichte die Laserablation am epipharyngealen Tubenostium eine dauerhafte Verbesserung der Mittelohrventilation, der assoziierten otologischen Symptome sowie der Lebensqualität. Bei Patienten mit Trommelfellperforation konnte aufgrund der präoperativen Lasertuboplastie die Erfolgsrate hörverbessernder Tympanoplastiken gesteigert werden. Mittels Diodenlaser-assistiertem Tubenshaping lassen sich in vielen Fällen die kausalen Ursachen direkt an der Tuba auditiva, und nicht mehr nur die Folgen der sekundär resultierenden Mittelohrerkrankungen beheben.

Der Diodenlaser erwies sich insgesamt als überaus geeignete, sichere und gut tolerierte Behandlungsoption bei den verschiedenen dargestellten, anderweitig therapie-resistenten bzw. -refraktären oto-rhinologischen Erkrankungen.
Dokumente
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Fachbereich/EinrichtungMedizinische Fakultät Charité - Universitätsmedizin Berlin
Erscheinungsjahr2011
Dokumententyp/-SammlungenHabilitation
Medientyp/FormatText
SpracheDeutsch
Rechte Nutzungsbedingungen
Tag der Disputation14.02.2011
Erstellt am21.02.2011 - 11:01:53
Letzte Änderung06.05.2011 - 11:22:48
 
Statische URLhttp://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000021369
URNurn:nbn:de:kobv:188-fudissthesis000000021369-6
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