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Objekt-Metadaten

Elektroretinografische Charakterisierung der AMOG-Mäuse
Zolmajd, Reza

HaupttitelElektroretinografische Charakterisierung der AMOG-Mäuse
TitelvarianteElectroretinografical Discribing of the AMOG Mice
AutorZolmajd, Reza
Geburtsort: Teheran, Iran
GutachterProf. Dr. K. Rüther
weitere GutachterProf. Dr. H. Jägle, Prof. Dr. M. Seeliger
Freie Schlagwörterretina: distal ( photoreceptors, horizontal cells, bipolar cells), animal model, electrophysiology, Na, Ka-ATPase
DDC610 Medizin und Gesundheit
ZusammenfassungDas Tiermodell Maus besitzt eine große Bedeutung bei der Erforschung der
Netzhautphysiologie und der pathologischen Grundlagen erblicher
Netzhauterkrankungen. Es werden im Wesentlichen zwei verschiedene Arten von
Tiermodellen unterschieden. Einerseits lassen es moderne molekulargenetische
Techniken zu, genveränderte Tiere herzustellen, andererseits können natürlich
vorkommende Mauslinien mit Gendefekt durch Genanalyse mit menschlichen
Erkrankungen korreliert werden.
Motivation der vorliegenden Arbeit war es, den β2/β1-ki/ki-AMOG-Mausstamm
elektrophysiologisch und morphologisch zu charakterisieren.
Bei den elektrophysiologischen Screenings konnte beim AMOG-Stamm eine
Reduzierung der B-Welle im Elektroretinogramm beobachtet werden.
Durch die Charakterisierung des Mausstammes AMOG soll versucht werden,
möglicherweise ein Tiermodell für menschliche Netzhaut-erkrankungen zu
entdecken, aber auch Aufschlüsse über dessen Pathophysiologie.
Zu diesem Zweck wurden die elektrophysiologischen und morphologischen
Eigenschaften der AMOG-Mäuse mit dem Wildtyp (OLA-Mäuse) verglichen.
Zur Beschreibung der Funktion der einzelnen Zellverbände innerhalb der Netzhaut
erfolgte im Untersuchungszeitraum von einem Jahr die Ableitung der A- und B-Welle,
sowie der oszillatorischen Potenziale des Elektroretinogramms. Daneben erfolgte
zusätzlich die Ableitung der C-Welle. Ziel war es, einerseits die Netzhautfunktionsstörung
zu lokalisieren und andererseits im Verlauf der Zeit die Entwicklung
des Funktionsdefektes zu beobachten. Die elektrophysiologischen Ergebnisse
konnten mit morphologischen Untersuchungen alterskorrelierter Tiere verglichen
werden.
Unterstützung fand die Annahme, dass die betroffenen Tiere sowohl eine
Veränderung der Funktion der Pigmentepithel-, Müller-, als auch der
Photorezeptorzellen hatten. Diese Tatsache führt zu stark erniedrigte A-Wellen-,
B-Wellen- und C-Wellen-Amplituden. Die genannten Ergebnisse fanden auch
Bestätigung in den morphologischen Untersuchungen. Sie sind im Vergleich zum
Wildtyp deutlich verändert.
Das signifikant veränderte skotopische ERG, mit den reduzierten A-, B- und
C-Wellen-Amplituden, können zu diesem Zeitpunkt nicht abschließend erklärt
werden. Man kann vermuten, dass die ERG-Veränderungen einerseits durch die
Abwesenheit der Pump-Aktivität der NA-K-ATPase, andererseits durch die fehlende
Haftung zwischen den Neuronen und Astrocyten oder durch beides in Summation
bedingt sind. Die Funktion der Na-K-ATPase (als Haftungsmolekül und als Pumpe)
ist nur in den Zellen suffizient, wo eine Ionen Homeostase gegeben ist.
Der selektive Verlust von Photorezeptoren in den β2/β1-ki/ki-AMOG-Mäusen erfolgt
nach Finlay nicht nur durch die Apoptose (programmierter Zelltod), sondern auch
aufgrund abnormer synaptischer Stimuli (29). Zusätzlich, kann die intrazelluläre
Calcium-Konzentration, die Apoptose indirekt beeinflussen. Die Endonuclease,
welche DNA Fragmente nach dem Zelltod abbaut, kann durch die Cacium-Ionen-
Konzentration beeinflusst werden. Dieser Mechanismus wurde bereits für die
Netzhautdegeneration in einem anderen Mausmodell diskutiert (31).
Die Na-K-ATPase kann direkt die intrazelluläre Calcium-Ionen Konzentration über die
Na-Ca-Austauscher beeinflussen.
6 8
5. Zusammenfassung
Bei den β2/β1-ki/ki-AMOG-Mäusen kann eine Dysfunktion der Na-K-ATPase die
intrazelluläre Ionen-Konzentration so verändern, dass es ebenfalls zur Induktion der
Aktivität der Endonuclease und somit zum Zelltod kommt.
Die C-Welle ist ein Äquivalent für die Funktion des Pigmentepithels, aber auch der
Müller- und Photorezeptorzellen. Die C-Welle ist bei den AMOG-Mäusen reduziert.
Diese Erkenntnis bestätigt wiederum die Annahme, dass aus der Fehlerhaften
Regulation der extrazellulären Kalium-Konzentration, die intrazelluläre Calcium
Konzentration beeinflusst werden kann, welches wiederum über die Endonuclease
zum Zelltod der Müller- und Photorezeptoren führen kann.
Das Fehlen der Zapfen-Antworten, muss noch abschließend untersucht und geklärt
werden. Zu diesem Zeitpunkt, ist eine Erklärung für das Fehlen der Zapfenantworten
bei den AMOG-Mäusen nicht direkt ersichtlich. Um das Fehlen der Zapfenantworten
abschließend zu klären, sind weiterführende Untersuchungen
notwendig. Die Hauptfragestellung hierbei sollte klären, ob die Zapfenrezeptorzelle
selbst betroffen ( Phototransduktionskaskade) oder das Rezeptorpotenzial im
Elektroretinogramm nicht ableitbar ist, weil die postrezeptorale Überleitung nicht
funktioniert, wo bei der Maus das ERG vorwiegend generiert wird. So kann eine
eventuell intakte Rezeptorfunktion durch das ERG nicht erfasst werden.
Der in den elektrophysiologischen und morphologischen Untersuchungen
beschriebene Phänotyp des AMOG-Stammes, deutet primär auf einen degenerativen
Prozess hin.
Möglicherweise ist die Ursache eine Summation aller genannten Möglichkeiten.
Wenn die erforderlichen Nachuntersuchungen abgeschlossen sind, wird es möglich
sein, den Einfluss der Na-K-ATPase, die Zusammenstellung und Funktion seiner
Untereinheiten vollständig zu verstehen. Auch der Einfluss der Pigmentzellen, Müllerund
Photorezeptoren auf die Ionenhomeostasis und die Endonuclease, wird besser
zu deuten sein.
Durch die in der vorliegenden Arbeit beschriebene systematische Charakterisierung
dieser Netzhautfunktionsstörung ist die Vorraussetzung für die Klärung ihrer
Pathophysiologie geschaffen worden. Nach Abschluss der ggf. weiterführenden
Untersuchungen wird es möglich sein, die Rolle der Na-K-ATPase bei erblichen
Netzhautdegenerationen des Menschen, sowie seine Rolle für die Netzhautfunktion
näher zu klären. Darüber hinaus kann durch die Charakterisierung dieses
Mausmodells die Rolle der Na-K-ATPase für Netzhautfunktion beim Menschen und
ihre mögliche Relevanz für humane Netzhautdystrophien verifiziert werden.
Dokumente
PDF-Datei
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Fachbereich/EinrichtungMedizinische Fakultät Charité - Universitätsmedizin Berlin
Erscheinungsjahr2010
Dokumententyp/-SammlungenDissertation
Medientyp/FormatText
SpracheDeutsch
Rechte Nutzungsbedingungen
Tag der Disputation16.05.2010
Erstellt am29.03.2010 - 08:02:00
Letzte Änderung30.04.2010 - 08:48:50
 
Statische URLhttp://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000016730
URNurn:nbn:de:kobv:188-fudissthesis000000016730-0
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Stand: 28.02.2010

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