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Objekt-Metadaten

MRT-Diagnostik rheumatischer Erkrankungen der Extremitätengelenke
Hermann, Kay-Geert Armin

HaupttitelMRT-Diagnostik rheumatischer Erkrankungen der Extremitätengelenke
Titelzusatzklinischer Stellenwert und Vergleich von konventioneller (1,5 Tesla) mit Niederfeld (0,2 Tesla) MRT
TitelvarianteMRI Diagnosis of Rheumatoid Disease of the Extremity Joints: Clinical Role and Comparison of Conventional and Low-field MRI (1.5 versus 0.2 Tesla)
Zusatz zur Titelvarianteclinical Role and Comparison of Conventional and Low-field MRI (1.5 versus 0.2 Tesla)
AutorHermann, Kay-Geert Armin
Geburtsort: Dresden
GutachterProf. Dr. F. Kainberger / Wien
weitere GutachterProf. Dr. J. Freyschmidt / Bremen
Freie Schlagwörterrheumatoid arthritis, spondyloarthritis, magnetic resonance imaging, imaging, conventional radiography
DDC610 Medizin und Gesundheit
ZusammenfassungDie rheumatoide Arthritis (RA) und Spondyloarthritiden (SpA) sind die häufigsten entzündlich-rheumatischen Gelenkerkrankungen und stellen durch Langzeitarbeitsunfähigkeit und Frühberentungen ein volkswirtschaftliches Problem dar. Die geringe Sensitivität der konventionellen Röntgendiagnostik für die Diagnostik früher Formen von Arthritiden ist im Allgemeinen anerkannt. Moderne Schnittbildverfahren wie die Ultraschalldiagnostik (US) und die Magnetresonanztomographie (MRT) haben sich als sensitiver für die Diagnostik von Erosionen erwiesen und können zusätzlich Synovitiden, Tenosynovitiden und Knochenmarködeme darstellen. Beide Verfahren, insbesondere jedoch die MRT, sind mit vergleichweise hohen Kosten behaftet. Niederfeld-MRT-Geräte verfügen über das Potential, eine sensitive Diagnostik zu vergleichsweise geringen Kosten anbieten zu können.
Im Rahmen der vorliegenden Habilitationsarbeit wurden folgende Fragestellungen bearbeitet: 1. Welche Rahmenbedingungen sind für den Einsatz von Niederfeld-MRT-Geräten erforderlich? 2. Ist die diagnostische Qualität der Niederfeld-MRTs im Vergleich zur konventionellen MRT gleichwertig? 3. Welchen Stellenwert hat die MRT in der Diagnostik von Arthritiden an großen Gelenken? 4. Welche Rolle spielt die MRT in der Prognoseabschätzung bei früher RA und in der Langzeitverlaufsbeurteilung?
Insgesamt analysierten wir 240 Patienten im Rahmen von sechs Studien. Dabei zeigten wir, dass insbesondere bei niedriger Feldstärke (0,2 Tesla) die Dosis des Kontrastmittels einen erheblichen Einfluss sowohl auf Signal-zu-Rausch- und Kontrast-zu-Rausch-Verhältnisse hat als auch die Ergebnisse des semiquantitativen Scorings positiv beeinflusst – bis zu 65 (44%) der 149 untersuchten MCP-Gelenke werden bei Verdoppelung der Kontrastmitteldosis mit höheren Scoringergebnissen eingeschätzt (Publikation 1).
Sowohl im intraindividuellen Vergleich bei Patienten mit RA als auch im Gruppenvergleich bei Patienten mit SpA erwies sich die Niederfeld-MRT gleichwertig im Vergleich zur konventionellen MRT in Bezug auf deren diagnostische Aussage. Für die Diagnostik von Synovitiden fanden sich κ-Werte zwischen 0,69 – 0,94 und für die Diagnostik von Erosionen errechneten sich κ-Werte von 0,65 – 1,0 (Publikation 2). Bei der Darstellung pathologischer Veränderungen des Rückfußskeletts waren beide MRT-Geräteklassen etwa gleichwertig – es wurden keine signifikanten Unterschiede der Häufigkeiten der verschiedenen Pathologien gefunden (Publikation 3).
Am Schultergelenk erwies sich die MRT bei 1,5 Tesla als sensitivstes Verfahren im Vergleich zur konventionellen Röntgendiagnostik und der US-Diagnostik. Erosive Läsionen wurden zahlreicher mittels US und MRT detektiert, wobei MRT auch bei 10 von 13 Patienten ohne Erosionen im US noch weitere Erosionen nachweisen konnte. Auch Weichteilveränderungen lassen sich mit der MRT deutlich sensitiver darstellen als mittels US, insbesondere bei Einsatz von paramagnetischem Kontrastmittel. Mit Hilfe der dynamischen kontrastverstärkten MRT konnte die diagnostische Sicherheit für die MR-tomographische Detektion von Erosionen signifikant erhöht (p < 0,005) und Patienten mit und ohne röntgenologische Erosionen voneinander differenziert (p < 0,005) werden (Publikation 4).
Die MRT ist ein wertvolles Hilfsmittel für die Frühdiagnose der RA. Unsere Studie unterstrich erstmals den Wert der Detektion von Tenosynovitiden für die Diagnose einer frühen RA (Publikation 5). Die diagnostische Aussage des Nachweises von Tenosynovitiden war in Kombination mit dem positivem Nachweis von Rheumafaktoren bzw. Antikörpern gegen citrullinierte Peptid-Antigene noch spezifischer. Eine weitere Studie stellte erstmals den MR-tomographischen Verlauf der rheumatoiden Arthritis in einem Zeitraum von sieben Jahren unter Therapie mit erkrankungsmodifizierenden Antirheumatika (DMARDs) dar. Trotz der deutlichen Reduktion von Synovitiden der PIP- und MCP-Gelenke war eine Progression der erosiven Läsionen in allen verwendeten bildgebenden Verfahren (Röntgen-diagnostik, Ultraschall, MRT) zu verzeichnen (Publikation 6). Daraus lassen sich Rückschlüsse auf Synovitiden ziehen, die vom Patienten nicht wahrgenommen werden und welche Ursache für die langfristige Zerstörung der Gelenke auch bei adäquater antientzündlicher Therapie sein können.
Insgesamt konnten wir zeigen, dass die Niederfeld-MRT bei adäquatem Einsatz, unter Zuhilfenahme einer feldstärkeadaptierten Kontrastmitteldosis und unter Anwendung von international standardisierten Auswerteverfahren ein hilfreiches diagnostisches Instrument ist. Bei akzeptabler Bildqualität waren keine diagnostischen Einbußen bei den hier untersuchten Indikationen zu verzeichnen.
Dokumente

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Seitenzahl87
Fachbereich/EinrichtungMedizinische Fakultät Charité - Universitätsmedizin Berlin
Erscheinungsjahr2010
Dokumententyp/-SammlungenHabilitation
Medientyp/FormatText
SpracheDeutsch
Rechte Nutzungsbedingungen
Tag der Disputation08.02.2010
Erstellt am11.03.2010 - 09:32:30
Letzte Änderung11.03.2010 - 09:34:37
 
Statische URLhttp://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000016252
URNurn:nbn:de:kobv:188-fudissthesis000000016252-3
Zugriffsstatistik
E-Mail-Adressekghermann@gmail.com
 

 
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Stand: 28.02.2010

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