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Beitrag urämischer Mediatoren zur Genese kardiovaskulärer Erkrankungen bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz
Köhler, Mona

HaupttitelBeitrag urämischer Mediatoren zur Genese kardiovaskulärer Erkrankungen bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz
TitelvarianteContribution of known uremic retention solutes to the development of cardiovascular diseases in patients with chronic kidney disease
AutorKöhler, Mona
Geburtsort: Berlin
GutachterProf. Dr. rer. nat. J. Jankowski
weitere GutachterProf. Dr. med. K. Kisters
Priv.-Doz. Dr. med. S. Herget-Rosenthal
DDC610 Medizin und Gesundheit
ZusammenfassungPatienten mit chronischer Niereninsuffizienz leiden häufig an begleitend auftretenden Schädigungen des kardiovaskulären Gefäßsystems. Mitverantwortlich für diese Symptome, die bisweilen entscheidende Komplikationen bei der Therapie zur Folge haben, sind insbesondere urämische Mediatoren, die aufgrund der verminderten Urinexkretion der erkrankten Niere im Blut akkumulieren.
In der vorliegenden Dissertation wurden 74 gegenwärtig identifizierte urämische Mediatoren mit Hilfe eines Bioassays experimentell auf ihr vasoaktives Potential untersucht. Als Bioassay diente der Perfusionstest an der isolierten Rattenniere. Ziel war es, durch die systematische vergleichende Untersuchung bisher unbekannte vasoaktive urämische Mediatoren zu identifizieren und ihre pathophysiologische Bedeutung für Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz einzuordnen.
Die Ergebnisse zeigten einen vasokonstriktorischen Effekt der urämischen Mediatoren 1 Methyladenosin, Endothelin 1, Methylguanidin HCl, Neuropeptid Y, Phenol, p Kresol und Uridin, sowie einen vasodilatatorischen Effekt von Adrenomedullin, Atriales natriuretisches Peptid, Harnstoff, Hydrochinon, Kaliumindoxylsulfat und p Kresolsulfat. Für 1 Methyladenosin, Harnstoff, Hydrochinon, Kaliumindoxylsulfat, Methylguanidin HCl, Phenol, p Kresol, p Kresolsulfat und Uridin konnte erstmalig ein vasoaktiver Effekt an der isolierten perfundierten Rattenniere nachgewiesen werden. Die Dosis-Wirkungskurven von Kaliumindoxylsulfat, p Kresol und p Kresolsulfat zeigten einen linearen Verlauf. Die Dosis-Wirkungskurven aller weiteren vasoaktiven urämischen Mediatoren verliefen sigmoidal.
Besonders bemerkenswert ist die gegensätzliche Vasoaktivität des p-Kresols, das bei einer Dosis von 5 x 10-5 mol vasokonstriktorisch wirkte (Δp +17,4 mmHg) und seines sulfatierten Derivats p Kresolsulfat, das bei gleicher Dosis vasodilatatorisch wirkte (Δp -38,7 mmHg). Die relativen Wirkungsstärken der urämischen Mediatoren lassen sich für Substanzen mit ähnlichem ED50-Wert durch die Injektion eines Testbolus immer derselben Menge vergleichen. Für die vasokonstriktorischen Mediatoren mit einer ED50 von 6±2 log mol und einen Bolus von 10-6 mol ergab sich folgende Reihenfolge: Uridin (51,8 mmHg) > Methylguanidin-HCl (38,7 mmHg) > 1-Methyladenosin (32,3 mmHg) > Phenol (14,2 mmHg) > p-Kresol (4,0 mmHg). Die dilatatorische Wirkungsrangfolge lautet: p Kresolsulfat ( 26,0 mmHg) > Kaliumindoxylsulfat ( 24,9 mmHg) > Hydrochinon ( 16,9 mmHg) > Harnstoff ( 0,6 mmHg).
Zusätzlich wurden für die Nukleoside 1 Methyladenosin, Methylguanidin-HCl und Uridin pharmakologische Rezeptoruntersuchungen durchgeführt. Diese zeigten für 1 Methyladenosin und Uridin, dass die vasokonstriktorische Wirkung an der isolierten perfundierten Rattenniere überwiegend über A1 Rezeptoren vermittelt wird. P2 Rezeptoren scheinen hingegen nicht an der vasokonstiktorischen Wirkung dieser urämischen Mediatoren beteiligt zu sein.
Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen, dass urämische Mediatoren durch Einflussnahme auf die Gefäßregulation einen Beitrag zu kardiovaskulären Erkrankungen bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz leisten. Durch eine Zusammenführung dieser Ergebnisse mit weiteren bereits ausgeführten und noch geplanten in vitro Experimente an verschiedenartigen Enzymsystemen, Zellarten und Organsystemen besteht nun die Möglichkeit, besonders unvorteilhafte urämische Mediatoren zu identifizieren. Das erweiterte Verständnis der Wirkungsweisen urämischer Mediatoren trägt so dazu bei, Behandlungen von Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz zielgenauer zu machen und Begleiterscheinungen wie die kardiovaskulären Erkrankungen zu minimieren.
Dokumente
Dataobject from FUDISS_thesis_000000014127
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Fachbereich/EinrichtungMedizinische Fakultät Charité - Universitätsmedizin Berlin
Erscheinungsjahr2010
Dokumententyp/-SammlungenDissertation
Medientyp/FormatText
SpracheDeutsch
Rechte Nutzungsbedingungen
Tag der Disputation29.01.2010
Erstellt am11.11.2009 - 09:06:18
Letzte Änderung19.02.2010 - 11:08:19
 
Statische URLhttp://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000014127
URNurn:nbn:de:kobv:188-fudissthesis000000014127-6
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