Objekt-Metadaten

Pathologisches Glücksspiel
Hesselbarth, Ulrike

HaupttitelPathologisches Glücksspiel
TitelzusatzVorkommen und psychosoziale Einflussfaktoren
TitelvariantePathological gambling
Zusatz zur TitelvariantePathological gambling
AutorHesselbarth, Ulrike
Geburtsort: Frankfurt (Oder)
GutachterPriv.-Doz. Dr. phil. N. Knoll
weitere GutachterProf. Dr. med. habil. PhD B. A. Sabel
Prof. Dr. M. E. Beutel
Freie Schlagwörterpathological gambling, nonsubstance related addiction, “stress coping model”, gambling behaviour, BIG
DDC610 Medizin und Gesundheit
ZusammenfassungDie Dissertation gliedert sich in zwei Teile. Gegenstand des ersten Teils war die Erfassung der Inanspruchnahme von Glücksspielen und der Häufigkeit pathologischen Glücksspiels innerhalb spezifischer Personengruppen (Haftinsassen, Gäste von Spielstätten, Beamte, Medizinstudenten), wozu ein neu entwickeltes psychometrisches Instrument, das Berliner Inventar zum Glücksspielverhalten (BIG; Grüsser, Hesselbarth, Albrecht & Mörsen, 2006), zum Einsatz kam.
Depression, Ängstlichkeit, maladaptive Stressverarbeitungsstrategien und Sensation Seeking werden u. a. als Entstehungs- und aufrechterhaltende Bedingungen für ein pathologisches Spielverhalten angesehen. So lag der Schwerpunkt im zweiten Teil der Studie auf der hypothesengeleiteten Untersuchung des Beziehungsgefüges zwischen diesen erhobenen Variablen und dem Ausmaß der Glücksspielproblematik. Zudem wurde die Stärke des Entzugs und Verlangens als typische Symptome einer Abhängigkeitserkrankung im Zusammenhang zum Glücksspiel untersucht.
Die Daten dieser Querschnittsuntersuchung an 500 Teilnehmern wurden mittels folgender Selbstbeurteilungsfragebögen erhoben: Berliner Inventar zum Glücksspielverhalten (BIG), Stressverarbeitungsfragebogen (SVF-120), Allgemeine Depressionsskala (ADS-K), State-Trait-Angstinventar (STAI-G Form X2), Deutsches Arnett Inventory of Sensation Seeking (AISS-d), Beschwerdenliste (BL). Gruppenunterschiede zwischen Nichtsüchtigen, subklinischen und pathologischen Spielern (Einteilung je nach Anzahl erfüllter Kriterien für pathologisches Glücksspiel) wurden anhand der erhobenen Variablen ermittelt.
Die Ergebnisse zeigen, dass Glücksspiele in den befragten Stichproben weit verbreitet und Unterschiede hinsichtlich des Nutzungsverhaltens deutlich sind. Ein geringer Anteil der Beamten und Studenten spielt regelmäßig, jedoch die überwiegende Mehrheit der Haftinsassen und Spielkunden. Letztgenannte Gruppen verbringen mehr Zeit mit Spielen, tätigen höhere Einsätze und haben häufiger glücksspielbedingte Schulden. Analog hierzu zeigen sich die Zahlen zum Vorkommen Spielsüchtiger (Haftinsassen ca. 30%, Spielkunden ca. 20%, Beamte 1,4%, Medizinstudenten 0%).
Die Spielsüchtigen wiesen eine signifikant stärkere Ausprägung in den Variablen Depressivität, Ängstlichkeit sowie körperliche Beschwerden auf und setzten in belastenden Situationen signifikant stärker maladaptive Verarbeitungsstrategien ein als Nichtsüchtige. Im Persönlichkeitsmerkmal des Sensation Seekings unterschieden sie sich hinsichtlich der Skala Intensität, jedoch nicht hinsichtlich Neuigkeit. Korrelationsanalysen ergaben positive Zusammenhänge: je stärker die Ausprägungen von Depressivität, Ängstlichkeit, Stressverarbeitungsstrategien, Intensität der Sensation Seeking Skala sowie körperlicher Beschwerden, umso schwerer war die Glücksspielproblematik zu erwarten und vice versa. Des Weiteren berichteten Glücksspielsüchtige über signifikant stärkeres Verlangen und Entzugserscheinungen als subklinische Glücksspieler und Nichtsüchtige.
Die Ergebnisse unterstützen die Hypothese, dass Glücksspielen als Selbstmedikation zur Bewältigung von Problemen eingesetzt wird und in diesem Sinne als effektive, jedoch fehlangepasste Bewältigungsstrategie fungiert. Somit könnte das „Stressverarbeitungsmodell“ aus der stoffgebundenen Suchtforschung ebenso im Bereich des pathologischen Glücksspiels seine Anwendung finden. Die Ergebnisse bestärken die Ansicht, pathologisches Glücksspiel als stoffungebundene Abhängigkeitserkrankung mit den typischen Symptomen des Entzugs und Verlangens aufzufassen.
InhaltsverzeichnisInhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG.................................................................................................................. 1

2 PATHOLOGISCHES GLÜCKSSPIEL........................................................................ 5
2.1 Definition und nosologische Zuordnung..................................................................... 5
2.1.1 Pathologisches Glücksspiel als Impulskontrollstörung...................................... 7
2.1.1 Pathologisches Glücksspiel als stoffungebundene Abhängigkeitserkrankung... 8
2.1.3 Verlangen und Entzug........................................................................................ 9
2.2 Epidemiologie.............................................................................................................. 10
2.3 Glücksspielen als Bewältigungsstrategie..................................................................... 12
2.3.1 Das Stressverarbeitungsmodell........................................................................... 12
2.3.2 Einflussfaktoren auf das Glücksspielverhalten................................................... 14

3 FRAGESTELLUNG UND HYPOTHESEN.................................................................. 19
3.1 Fragestellung…………………………........................................................................ 19
3.2 Hypothesen……………………………………………………………..…………… 20

4 METHODIK..................................................................................................................... 25
4.1 Design und Durchführung der Studie.......................................................................... 25
4.2 Psychometrische Instrumente...................................................................................... 28
4.3 Stichprobe.................................................................................................................... 34
4.4 Statistische Auswertung............................................................................................... 36

5 ERGEBNISSE.................................................................................................................. 37
5.1 Glücksspielassoziierte Daten und Häufigkeit subklinischen sowie pathologischen Glücksspiels…………………………………............................................................ 37
5.1.1 Allgemeine Daten zum Glücksspiel.................................................................... 37
5.1.2 Häufigkeit subklinischen und pathologischen Glücksspiels…........................... 41
5.2 Klassifizierung der Probanden..................................................................................... 42
5.3 Soziodemographische Daten im Gruppenvergleich..................................................... 43
5.4 Glücksspielassoziierte Variablen im Gruppenvergleich.............................................. 46
5.4.1 Allgemeine Glücksspieldaten............................................................................. 46
5.4.2 Einzelne Items des BIG...................................................................................... 48
5.4.3 Die Kriterien des BIG zum pathologischen Glücksspiel.................................... 50
5.5 Zusammenhang zwischen Verlangen und Entzug und dem Ausmaß des Glücksspielverhaltens................................................................................................. 52
5.6 Die psychischen Variablen und körperlichen Beschwerden im Gruppenvergleich… 54
5.7 Zusammenhänge zwischen den psychischen Variablen und dem Ausmaß des Glücksspielverhaltens………………………………………………………………. 61

6 DISKUSSION…………………………………………………………………………... 63
6.1 Die Teilstichproben im Vergleich: glücksspielassoziierte Daten und Häufigkeit subklinischen und pathologischen Glücksspiels………………………………….…. 63
6.2 Nichtsüchtige, subklinische und pathologische Glücksspieler im Vergleich……….. 67
6.2.1 Soziodemographischer Vergleich....................................................................... ..67
6.2.2 Ein Vergleich hinsichtlich glücksspielassoziierter Variablen…………………. 69
6.2.3 Subklinische und pathologische Glücksspieler unter der Lupe des BIG……… 70
6.3 Diskussion der hypothesengeleiteten Ergebnisse…………………………………… 74
6.3.1 Verlangen und Entzug…………………………………………………………. 74
6.3.2 Psychische Variablen und körperliche Beschwerden…………………………. 75
6.4 Glücksspiel-„Sucht“ und das Stressverarbeitungsmodell…………………………… 81
6.5 Methodenkritik………………………………………………………………………. 82
6.6 Ausblick……………………………………………………………………………... 84

7 ZUSAMMENFASSUNG……………………………………………………………..... 87

8 LITERATURVERZEICHNIS………………………………………………………… 89

9 ANHANG: Tabelle 1: Glücksspieldaten im Gruppenvergleich…………………...… 102

EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG................................................................................ 103
LEBENSLAUF....................................................................................................................... 104
Dokumente

Falls Ihr Browser eine Datei nicht öffnen kann, die Datei zuerst herunterladen und dann öffnen.
 
Seitenzahl101
Fachbereich/EinrichtungMedizinische Fakultät Charité - Universitätsmedizin Berlin
Erscheinungsjahr2009
Dokumententyp/-SammlungenDissertation
Medientyp/FormatText
SpracheDeutsch
Rechte Nutzungsbedingungen
Tag der Disputation30.01.2009
Erstellt am18.12.2008 - 11:07:16
Letzte Änderung21.06.2012 - 14:02:14
 
Statische URLhttp://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000006803
URNurn:nbn:de:kobv:188-fudissthesis000000006803-1
Zugriffsstatistik
E-Mail-Adresseulrikehesselbarth@hotmail.com