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"Eine weibliche Seele im männlichen Körper"
Weiß, Volker

Haupttitel"Eine weibliche Seele im männlichen Körper"
TitelzusatzArchäologie einer Metapher als Kritik der medizinischen Konstruktion der Transsexualität
TitelvarianteA female soul in a male body
Zusatz zur TitelvarianteThe archaeology of a metaphor in a critique of the medical construction of transsexuality
AutorWeiß, Volker
Geburtsort: Stadthagen, Deutschland
GutachterProf. Dr. Helgard Kramer
weitere GutachterProf. Dr. Christoph Wulf
Freie Schlagwörtertranssexualism, sex reassignment surgery, homosexuality, medicine, discourse analysis
DDC300 Sozialwissenschaften
ZusammenfassungDiese Arbeit untersucht die medizinische Konstruktion der Transsexualität. Mittels einer an Michel Foucault orientierten Diskursanalyse wird der Legitimationsdiskurs von medizinisch bewerkstelligten Geschlechtsumwandlungen dekonstruiert und Transsexualität als Produkt von Macht/Wissens-Strukturen dargestellt, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit der Abspaltung des Geschlechtsdispositivs vom Sexualitätsdispositiv entstanden sind. Der erste Teil der Arbeit thematisiert ausgehend von der Antike bis zu den Humanwissenschaften des frühen 19. Jahrhunderts die (theorie-)geschichtlichen Grundlagen der von Karl Heinrich Ulrichs zur Selbsterklärung seines gleichgeschlechtlichen Begehrens geprägten Metapher „weibliche Seele im männlichen Körper“. Der zweite Teil analysiert die diskursiven Wurzeln der medizinischen Konstruktion der Transsexualität: die sexualpathologische Konstruktion der Homosexualität im Sexualitätsdispositiv des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Er zeigt die dispositivgeschichtliche Bedeutung der Rezeption der Bisexualitätstheorie durch Psychiatrie und Sexualwissenschaft. Im Mittelpunkt der Analyse stehen Texte von Richard von Krafft-Ebing, Magnus Hirschfeld und Sigmund Freud. Die Bisexualitätstheorie ermöglichte durch den Übergang von einer nur konträrsexuellen Symptomatik zur auch konträrsexuellen Ursache der Homosexualität die symptomatologische Trennung von Homo- und Transsexualität und stellte die diskursive Voraussetzung für die Entstehung des Geschlechtsdispositivs dar. Der dritte Teil verdeutlicht, dass sich Transsexualität aus einem eigendynamischen Wechselspiel unterschiedlicher Interessen in der experimentellen Praxis von Geschlechtsumwandlungen entwickelte. Sein Schwerpunkt bildet eine detaillierte Analyse von diskursgeschichtlich für die Konstruktion der Transsexualität relevanten biologistischen und psychologischen Ätiologiehypothesen. Zentral für die Analyse sind hier Texte von Harry Benjamin, John Money, Richard Green und Robert Stoller. Die notwendige und notwendig unabschließbare Suche nach Ursachen von Transsexualität, die diese als angeboren oder als in psychischen Entwicklungen der frühen Kindheit irreversibel begründet nachweisen sollten, war eine erfolgreiche Strategie im Geschlechtsdispositiv zur Legitimation von Geschlechtsumwandlungen, die zur offiziellen Klassifikation der Krankheit Transsexualität als einer operablen Geschlechtsidentitätsstörung führte. Das Schlusskapitel resümiert die Ergebnisse der Arbeit und zeigt, dass die Etablierung des medizinischen Geschlechtswechsels Ausdruck sowohl von Strategien des Sexualitätsdispositivs als auch des Geschlechtsdispositivs ist.
Dokumente
FUDISS_derivate_000000003792
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Fachbereich/EinrichtungFB Politik- und Sozialwissenschaften
Erscheinungsjahr2008
Dokumententyp/-SammlungenDissertation
Medientyp/FormatText
SpracheDeutsch
RechteNutzungsbedingungen
Tag der Disputation05.11.2007
Erstellt am15.06.2008 - 00:00:00
Letzte Änderung19.02.2010 - 13:17:42
 
Alte Darwin URLhttp://www.diss.fu-berlin.de/2008/378/
Statische URLhttp://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000003792
URNurn:nbn:de:kobv:188-fudissthesis000000003792-5
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