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Nerven in der Haut - von der Anatomie zur psychoneuroimmunologisch-dermatologischen Interactions- und Funktionsanalyse
Peters, Eva Milena Johanne

HaupttitelNerven in der Haut - von der Anatomie zur psychoneuroimmunologisch-dermatologischen Interactions- und Funktionsanalyse
TitelvarianteNerves in the skin - from anatomy to psychoneuroimmunologic-dermatologic analysis of interaction and function
AutorPeters, Eva Milena Johanne
Geburtsort: Kiel, Deutschland
GutachterNorbert Müller, München
weitere GutachterThomas Luger, münster
Freie Schlagwörterneurogenic inflammation, skin stress response, neuro-immune communication
DDC610 Medizin und Gesundheit
ZusammenfassungDie hier vorgestellten Arbeiten belegen am Mausmodell die lebenslang anhaltende adaptative Plastizität der peripheren Innervation, insbesondere, der peptidergen Innervation der Haut. Dieses Nervenwachstum findet außerhalb der bislang angenommenen neuronalen Plastizität im Kontext von Verletzungen oder neurodegenerativen Erkrankungen statt. In Abhängigkeit von den Anforderungen, die Gewebeumbauprozesse in der Haut, wie z. B. die Haarfollikelmorphogenese, der Haarzyklus oder die allergische Dermatitis, an die Hautinnervation stellen, nimmt die Dichte der Hautinnervation zu. Diese Plastizität ist abhängig von der Interaktion peptiderger Nerven in der Haut mit ihren Zielzellen z. B. den Keratinozyten der Epidermis und der Hautanhangsgebilde oder mit immunologischen Zielzellen wie den Mastzellen und steht unter dem Einfluss von Neurotrophinen. Neuronale Plastizität und Schwankungen in der Neurotrophinexpression der Haut sind jedoch nicht nur abhängig von Gewebeumbauprozessen in der Haut, sondern wirken auf diese zurück. So greift das Neuropeptid SP ebenso wie das Neurotrophin NGF in trophische Vorgänge in der Haut ein und beide verändern den Ablauf des Haarzyklus in der Mausrückenhaut. Damit erweitert sich das Spektrum biologischer Funktionen für diese klassischen Neuromediatoren und zeigt sie als wichtige Wachstumsfaktoren am Haarfollikel. Es ist uns gelungen die Daten für NGF aus dem murinen Model in das humane Model zu übertragen. Dieser Brückenschlag demonstriert wirkungsvoll die Aussagekraft des murinen Models. Faszinierender Weise führen besondere Umweltbelastungen wie z. B. Lärm-Stress ebenfalls zu plastischen Anpassungsprozessen der peripheren Innervation und neuroimmunen Kommunikation in der Haut. Diese Anpassungsreaktion ist für Hauterkrankungen mit neurogen-entzündlicher Komponente wie z. B. den Haarausfall oder die allergische Dermatitis patho-genetisch relevant und führt zu einer ausgeprägten neurogenen Entzündungsreaktion mit nachfolgendem Eintreten eines Haarwachstums-stops oder einer deutlichen Verschlechterung der allergischen Dermatitis. Im Detail zeigen die hier vorgelegten Arbeiten an vier Modellen für die Erforschung neurotrophischer und psychoneuroimmunologischer Zusammenhänge in der Haut folgende Ergebnisse: 1) die komplexen Gewebeumbauprozesse, die im Lauf der Entwicklung und des zyklisch wiederkehrenden Wachstums von Haarfollikeln in der Haut auftreten, gehen mit einer lebenslangen Plastizität der peripheren peptidergen Innervation, der Mastzell-Nerven-Interaktionen und der Neurotrophinexpression einher (124, 156, 158). Diese Umbauprozesse sind trophisch relevant für Haarwachstum. 2) Stress terminiert das Haarwachstum in der Rückenhaut der Maus durch SP und NGF abhängige neurogene Entzündung vorzeitig (28, 60, 128, 140, 159). Eine Reaktion, die durch SP-Antagonisten und NGF-neutralisierende Antikörper blockiert werden kann. 3) Stressmediatoren wie NGF terminieren in Abhängigkeit von TGF und p75 Aktivierung auch humanes Haarwachstum in vitro vorzeitig (28, 153, 156). 4) Stress verschlechtert entzündliche Hauterkrankungen wie eine der Neurodermitis gleichende allergische Dermatitis, im Mausmodel durch SP abhängige neurogene Entzündung substantiell (160), eine Reaktion, die an NK1 -/- Mäusen nicht auslösbar ist. Mit diesen Arbeiten gelingt ein fundierter Brückenschlag zwischen experimenteller Dermatologie und Psychoneuroimmunologie. Dieser Brückenschlag verbindet die klinisch häufig beobachtete psychosozial mitbedingte Verschlechterung von Haarausfall oder chronischen Dermatitiden wie der Neurodermitis mit den modernen Erkenntnissen der experimentellen Analyse der Haut-Stressreaktionen und ihren immunologischen Folgen. Neuropharmakologische Interventionen, die die Singalkette von Stressmediatoren wie SP und NGF durchbrechen sind daher ideal dazu geeignet diese Reaktionsmuster zu modifizieren. Die tierexperimentelle Testung geeigneter Rezeptorantagonisten oder neutralisierender Antikörper muss als Ausgangspunkt für die Entwicklung neuer therapeutischer Strategien im Stress-Management entsprechender Dermatosen betrachtet werden.
Dokumente
FUDISS_derivate_000000002671
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Fachbereich/EinrichtungMedizinische Fakultät Charité - Universitätsmedizin Berlin
Erscheinungsjahr2007
Dokumententyp/-SammlungenDissertation
Medientyp/FormatText
SpracheDeutsch
RechteNutzungsbedingungen
Tag der Disputation30.01.2007
Erstellt am24.01.2007 - 00:00:00
Letzte Änderung19.02.2010 - 14:35:53
 
Alte Darwin URLhttp://www.diss.fu-berlin.de/2007/68/
Statische URLhttp://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000002671
URNurn:nbn:de:kobv:188-fudissthesis000000002671-4
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