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Das Klavier als Mittel politischer Distinktion im Zusammenhang mit der Entwicklung des Klavierbaus in London und Berlin an den Beispielen Broadwood und Bechstein
Lippe-Weißenfeld, Hagen W.

HaupttitelDas Klavier als Mittel politischer Distinktion im Zusammenhang mit der Entwicklung des Klavierbaus in London und Berlin an den Beispielen Broadwood und Bechstein
TitelvarianteThe piano as medium for political distinction in connection with the development of piano manufacturing in London and Berlin based on the examples of Broadwood and Bechstein
AutorLippe-Weißenfeld, Hagen W.
Geburtsort: Leer/Ostfriesland
GutachterProf. Dr. Ralf Rytlewski
weitere GutachterProf. Dr. Dorothea Schmidt
Freie SchlagwörterDistinction, Distinktion, Piano, Klavier, Habitus, Promotor, Economic, civic and political capital, Ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital, Bügertum, Komparation, Vergleich
DDC300 Sozialwissenschaften
ZusammenfassungKaum ein Instrument erlebte im späten 18. und schließlich Anfang des 19. Jahrhunderts eine so fulminante Zunahme seiner Wertschätzung in Europa wie das Klavier. Seine Wirkung auf das bürgerlich-politische Leben war tief greifend. Durch seine vielseitige Einsetzbarkeit war das Klavier als ein Mittel der Distinktion maßgeblich daran beteiligt, die gesellschaftliche Kultur in den politischen Herrschaftszentren London und Berlin zu formen. Die vorliegende Fallstudie untersucht die direkten und indirekten Förderungsmechanismen, die zur Entwicklung dieses besonderen Distinktionsinstrumentariums beigetragen haben. Sie mit Hilfe des politologisch-soziologischen Ansatzes der Distinktion am Beispiel eines praxisnahen internationalen Vergleichs zweier ähnlicher Wirtschafts-, Gesellschafts- und Politikräume zu untersuchen, ist die konzeptuelle Grundlage dieser Studie. Hierfür wird Pierre Bourdieus kultursoziologische Distinktionstheorie mit dem Verständnis vom Kapital als Distinktionsmittel verknüpft. Drei Kapitalsorten (ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital) stehen dabei im Mittelpunkt und bilden die Grundlage für eine entsprechend systematisierte Struktur der Untersuchungsergebnisse. Mit Bourdieu wird in der Studie von einem erweiterten Kulturbegriff ausgegangen, so dass derjenige, der über ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital verfügt, einen Habitus besitzt, mit dessen Hilfe das ererbte Kapital gewinnbringend angelegt werden kann. Hierbei werden die Rollen der Unternehmerpersönlichkeiten John Broadwood und Carl Bechstein beleuchtet, die als Promotoren eines wirkungsvollen Beziehungsdreiecks aus Produzenten, Künstlern und Konsumenten fungierten. Es zeigt sich, dass Hierarchien in den englischen und deutschen Gesellschaften bestanden und Diffusionen von oben nach unten stattfanden. Die oberen Schichten fungierten dabei als Referenzmodell für die Unterschichten. Es zeigt sich eine Kodierung des Politischen durch die Musikkultur ebenso wie die Schaffung eines neuen politischen Raumes, indem die Musik aus dem intimen Bereich in die breite Öffentlichkeit geholt wird. Mit der Klaviermusik in den beiden untersuchten Ländern wurden bewusst Grenzen gezogen, um sozialen Gegensätzen eine kulturelle Legitimation zu geben.
Dokumente
FUDISS_derivate_000000002477
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Fachbereich/EinrichtungFB Politik- und Sozialwissenschaften
Erscheinungsjahr2006
Dokumententyp/-SammlungenDissertation
Medientyp/FormatText
SpracheDeutsch
RechteNutzungsbedingungen
Anmerkungen des AutorsÜberarb. Fassung im Buchh. ersch. bei: Peter Lang, Frankf./M. 2007, in: Beiträge z. europ. Musikgeschichte, Bd.11, ISBN 978-3-631-56268-0
Tag der Disputation15.02.2006
Erstellt am23.08.2006 - 00:00:00
Letzte Änderung19.02.2010 - 13:01:05
 
Alte Darwin URLhttp://www.diss.fu-berlin.de/2006/457/
Statische URLhttp://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000002477
URNurn:nbn:de:kobv:188-fudissthesis000000002477-7
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