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Die Bedeutung des Lehrer-Schüler-Verhältnisses im Bildungsprozeß
Raufelder, Diana Tatjana

HaupttitelDie Bedeutung des Lehrer-Schüler-Verhältnisses im Bildungsprozeß
Titelzusatzeine Ethnographie
TitelvarianteThe meaning of the teacher-pupil-relationship in process of education
Zusatz zur Titelvariantean ethnography
AutorRaufelder, Diana Tatjana
Geburtsort: Hardheim Deutschland
GutachterProf. Dr. Egon Renner
weitere GutachterProf. Dr. Ralf Bohnsack
Prof. Dr. Angela Ittel
Freie SchlagwörterBildung Lehrer Schüler Verhältnis Ethnographie
DDC370 Erziehung, Schul- und Bildungswesen
ZusammenfassungIn einem ersten Teil meiner Arbeit werden verschiedene Modellvorstellungen zur Lehrer-Schüler-Interaktion thematisiert, sozusagen als theoretischer Bezugsrahmen. Während man in ersten univariaten Modellen vom Schüler als unabhängiger Variable, vom Lehrer als abhängiger Variable, ausging und später vom umgekehrten Fall, wurden in der Folge Modelle entwickelt, die den interaktiven Prozeß der Beziehung zwischen LehrerInnen und SchülerInnen berücksichtigen. Die Entwicklung gipfelt im transaktionalen Modell von Nickel. Unter Berücksichtigung verschiedener Variablen, die das Lehrer-Schüler-Verhältnis bestimmen, wie Interaktionsprozesse in der Klasse, Persönlichkeitsentwicklung, Vertrauen und Überlegungen zum Thema Schule als Lebensraum, schließt das Kapitel mit einer zusammenfassenden Modellskizze. Den divergierenden Ansätzen ist gemein, daß immer wieder der persönliche Beziehungsaskpekt zwischen SchülerInnen und LehrerInnen als elementar betont und herausgestellt wird.
Diese Erkenntnis führt direkt zum zweiten Teil der Arbeit, der Betrachtung des Bildungsprozesses zwischen SchülerInnen und LehrerInnen. Dieser Prozeß wird dabei nicht auf den Akt der Wissensvermittlung reduziert, vielmehr wird er in Anlehnung an die rund 700jährige Geschichte des Bildungsbegriffs als wechselseitiger Prozeß verstanden, in dem sowohl LehrerInnen als auch SchülerInnen ihre menschliche Prägung erfahren und persönliche Bildung bedingen. Da wahre Bildung dort beginnt, wo der Mensch und seine Begabungen, sein Bildungsstreben im Mittelpunkt steht und er dazu angeleitet wird, sich selbst zu seinem eigenen Nutzen zu bilden, gilt mein Interesse Aspekten, die auf den ersten Blick fern einer ökonomiegeleiteten “Realbildung” liegen, aber den Bildungsprozeß und damit das Lehrer-Schüler-Verhältnis maßgeblich bestimmen.
Diese Überlegungen leiten zum dritten Teil meiner Arbeit über. Ausgehend von der anthropologischen Sichtweise, Schule als Kultur zu betrachten und zu verstehen, versuche ich, durch qualitative Forschungsweisen das Feld Schule in seiner Gesamtheit zu fassen. Auf der methodischen Grundlage der “dichten Beschreibung” von Clifford Geertz werden anhand des empirischen Materials aus der von mir durchgeführten sechsmonatigen Felduntersuchung Bedeutungsstrukturen herausgearbeitet, die sich in sechs soziologische Prinzipien gliedern lassen: Macht, Dualismus, Solidarität, Produktivität, Sympathie und Identität. Von besonderem Interesse dabei ist die Berücksichtigung sowohl der SchülerInnen- als auch der LehrerInnen-Sicht, ihr jeweiliges Erleben - Übereinstimmungen, Divergenzen, Wünsche etc., schließlich fungieren sie gleichermaßen als aktive TeilnehmerInnen und GestalterInnen im Bildungsprozeß.

Dokumente
 
Fachbereich/EinrichtungFB Politik- und Sozialwissenschaften
Erscheinungsjahr2006
Dokumententyp/-SammlungenDissertation
Medientyp/FormatText
SpracheDeutsch
RechteNutzungsbedingungen
Tag der Disputation19.05.2006
Erstellt am12.07.2006 - 00:00:00
Letzte Änderung19.02.2010 - 11:25:28
 
Alte Darwin URLhttp://www.diss.fu-berlin.de/2006/363/
Statische URLhttp://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000002233
URNurn:nbn:de:kobv:188-fudissthesis000000002233-7
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