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Genre und Gender im Späten Sang des Mittelalters
Helmkamp, Kerstin

HaupttitelGenre und Gender im Späten Sang des Mittelalters
TitelzusatzDie "Gefangenschafts-" und "Ehelieder" Oswalds von Wolkenstein
TitelvarianteGenre and gender in late cantos of the Middle Ages
Zusatz zur TitelvarianteOswald of Wolkenstein's "songs of captivity" and "matrimony songs"
AutorHelmkamp, Kerstin
Geburtsort: Berlin, Deutschland
GutachterProf. Dr. Ingrid Kasten
weitere GutachterProf. Dr. Ingrid Bennewitz
Freie Schlagwörtergenre, gender, poetry, late middle ages, Oswald of Wolkenstein
DDC430 Germanische Sprachen; Deutsch
Zusammenfassung

Den Ausgangspunkt der Dissertation bildet das Fehlen einer einschlägigen Poetik zur volkssprachlichen deutschen Dichtung des Mittelalters, die Hinweise auf leitende Kategorien, Konzepte und Normen der damaligen Literaturproduktion, insbesondere im Bereich der Lyrik, enthält. Aus diesem Grund ist die germanistische Mediävistik auf poetologische Äußerungen in der mittelalterlichen Dichtung oder auf die Evidenz literarischer Verfahren angewiesen, die immer die Gefahr bergen, antike oder moderne Vorstellungen auf historische Texte zu übertragen. Daher wird versucht, einen Ansatz zu entwickeln, welcher der Alterität der mittelalterlichen Dichtung bzw. Lyrik angemessen ist.

Zu den zentralen Kategorien der Untersuchung zählen die Begriffe ‚Rolle’, ‚Genre’ ‚Gender’, ‚Konkretisierung’, ‚Erotisierung’ und ‚Umbesetzung’. Der Rollenbegriff hat die Funktion, zwischen Ich-Instanzen und Autor-Instanz zu unterscheiden, während sich der Terminus ‚Genre’ auf Systeme bezieht, die nicht als statisch und normativ, sondern dymanisch und flexibel angesehen werden. Die Überschreitung von Gattungsgrenzen und somit die Verschiebung in der Anordnung von Systemen wird durch die Kategorie ‚Gender’ beschrieben, die als Schnittstelle für heterogene Elemente gilt. Schließlich sollen die bereits etablierten Termini ‚Konkretisierung’, ‚Erotisierung’ und ‚Umbesetzung’ dazu dienen, Techniken der Erweiterung und Transzendierung von Gattungsgrenzen zu beschreiben.

Im Zentrum der Analyse stehen Lieder des Dichters Oswald von Wolkenstein, die von der Forschung lange Zeit biographisch gedeutet und in zwei Gruppe unterteilt wurden: die ‚Gefangenschafts-’ und ‚Ehelieder’. Im Gegensatz dazu wird gezeigt, daß diese Lieder unter genrespezifischen Gesichtspunkten keine eigenständigen Corpora bilden. Vielmehr ist es das Ziel, den gattungsgenerierenden Charakter von Gender und so neue Zuordnungsmöglichkeiten der Lieder im lyrischen System zu erschließen und den Nachweis zu erbringen, dass sie unterschiedlichen Genres angehören.

Dokumente
FUDISS_derivate_000000001619
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Fachbereich/EinrichtungFB Philosophie und Geisteswissenschaften
Erscheinungsjahr2005
Dokumententyp/-SammlungenDissertation
Medientyp/FormatText
SpracheDeutsch
RechteNutzungsbedingungen
Tag der Disputation08.12.2003
Erstellt am24.02.2005 - 00:00:00
Letzte Änderung19.02.2010 - 11:16:50
 
Alte Darwin URLhttp://www.diss.fu-berlin.de/2005/58/
Statische URLhttp://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000001619
URNurn:nbn:de:kobv:188-2005000584
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