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Bewältigungsverhalten und Persönlichkeitswachstum pflegender Angehöriger
Leipold, Bernhard

HaupttitelBewältigungsverhalten und Persönlichkeitswachstum pflegender Angehöriger
TitelvarianteCoping and personality growth in caregivers
AutorLeipold, Bernhard
Geburtsort: Donaueschingen, Deutschland
GutachterPD Dr. Susanne Zank
weitere GutachterProf. Dr. Dieter Kleiber
Freie Schlagwörtercaregivers, dementia, coping, flexible goal adjustment, personality development
DDC150 Psychologie
ZusammenfassungEin Ziel dieser Studie ist es, die Funktion eines assimilativen (hartnäckige Zielverfolgung) und akkommodativen (flexible Zielanpassung) Bewältigungsstils bei pflegenden Angehörigen von Demenzpatienten zu untersuchen. Insbesondere wird die Frage untersucht, ob ein flexibler, akkommodativer Bewältigungsstil die negativen Auswirkungen von pflegebezogener Belastung auf das Wohlbefinden abpuffert. In den letzten Jahren wurde in der Literatur zunehmend betont, dass sich die Situation pflegender Angehöriger auch positive Konsequenzen hat. Deshalb wird auch der Frage nachgegangen, ob eine lange Pflege demenziell Erkrankter bei den Angehörigen zu Persönlichkeitswachstum beiträgt. Schließlich wird das Zusammenspiel von Coping, Persönlichkeitswachstum und subjektivem Wohlbefinden untersucht. Eine reife, komplexe Sicht der eigenen Person fördert möglicherweise die Effektivität von akkommodativer Bewältigung, indem Umdeutungs- und Ablösungsprozesse erleichtert werden. Die zwei vorliegenden Querschnittsstudien sind Teile von LEANDER (Längsschnittstudie zur Belastung pflegender Angehöriger von demenziell Erkrankten). Hier werden Daten aus dem 1. MZP berichtet. In Studie 1 (N = 126) werden die Hypothesen geprüft, die Aussagen zum assimilativen und akkommodativen Bewältigungsstil und zur kognitiven Komplexität nach Loevinger machen. Im zweiten Ergebnisteil (Studie 2; N = 859) kommen bereichsspezifische Maße zum Einsatz: Akkommodation bei der Pflege und Persönliches Wachstum durch die Pflege. In Studie 1 wurde zunächst die Frage untersucht, wie sich ein assimilativer und akkommodativer Bewältigungsstil im Zusammenwirken mit belastenden Umständen (mangelnde soziale Anerkennung, Morbidität und Verhaltensänderungen der Demenzpatienten) auf das Wohlbefinden der Angehörigen auswirken. Die Ergebnisse belegen die puffernde Wirkung des akkommodativen Bewältigungsstils. Darüber hinaus zeigt sich, dass die Angehörigen durch die belastenden Umstände die stärksten Einbußen im Wohlbefinden verzeichnen mussten, die sehr hartnäckig waren und gleichzeitig wenig akkommodativ. Hatten die Hartnäckigen gleichzeitig einen akkommodativen Bewältigungsstil, konnten die Einbußen wieder ausgeglichen werden. Kognitive Komplexität konnte durch eine lange Pflegedauer vorhersagt werden. Des Weiteren konnte gezeigt werden, dass ein akkommodativer Bewältigungsstil besonders bei den kognitiv Komplexen mit dem allgemeinen Wohlbefinden korreliert. In Studie 2 konnte mit LISREL-Analysen gezeigt werden, dass sich Persönliches Wachstum durch die Pflege im Gegensatz zu Akkommodation bei der Pflege durch Pflegedauer und mangelnde soziale Anerkennung vorhersagen ließ. Darüber hinaus bestand ein Pfad von Wachstum durch die Pflege über pflegespezifische Akkommodation zu Depressivität, wobei pflegespezifische Akkommodation eine verringerte Depressivität vorhersagte. Dieses Ergebnis lässt die Interpretation zu, dass Persönlichkeitswachstum die adaptive Wirkung von akkommodativem Coping bei der Pflege entfaltet. Bekräftigt wurde diese Interpretation durch das signifikante Ergebnis einer Interaktionsanalyse. Pflegebezogene Akkommodation sagte besonders dann geringere Depressivität vorher, wenn die Angehörigen viel Persönlichkeitswachstum berichteten. Das Ergebnis mit den bereichsspezifischen Indikatoren steht in Einklang mit dem Befund zur kognitiven Komplexität und zum akkommodativen Bewältigungsstil aus Studie 1. Schließlich konnte gezeigt werden, dass pflegespezifische Akkommodation den negativen Einfluss von mangelnder sozialer Anerkennung und den Verhaltensänderungen auf die Depressivität der Angehörigen lindert.
Dokumente
FUDISS_derivate_000000001427
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Fachbereich/EinrichtungFB Erziehungswissenschaft und Psychologie
Erscheinungsjahr2004
Dokumententyp/-SammlungenDissertation
Medientyp/FormatText
SpracheDeutsch
RechteNutzungsbedingungen
Tag der Disputation15.11.2004
Erstellt am07.12.2004 - 00:00:00
Letzte Änderung19.02.2010 - 14:52:22
 
Alte Darwin URLhttp://www.diss.fu-berlin.de/2004/325/
Statische URLhttp://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000001427
URNurn:nbn:de:kobv:188-2004003256
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