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Militärrituale
Euskirchen, Markus

HaupttitelMilitärrituale
TitelzusatzDie Ästhetik der Staatsgewalt. Kritik und Analyse eines Herrschaftsinstruments in seinem historisch-systematischen Kontext
TitelvarianteMilitary Rituals
Zusatz zur TitelvarianteThe Aesthetics of State Violence. Critics and Analysis of an Instrument of Dominance in its historic-systematic Context
AutorEuskirchen, Markus
Geburtsort: Zweibrücken, Deutschland
GutachterProf. Dr. Ekkehart Krippendorff
weitere GutachterProf. Dr. Wolf-Dieter Narr
Freie SchlagwörterMilitary Ritual Bundeswehr Violence State Nation
DDC320 Politik
ZusammenfassungIm Militärritual präsentiert sich der moderne Nationalstaat, indem er sein Gewaltpotential rituell zur Schau trägt. Die Arbeit fragt Wie funktionieren Militärrituale? und Warum gibt es sie? (und: Wie spielt beides ineinander?). Eine Auseinandersetzung mit sozialwissenschaftlichen Ritualsbegriffen einerseits und dem Gewaltmonopol des modernen Nationalsstaates andererseits stehen im Zentrum des theoretisch erarbeiteten Kontextes, ohne den Militärrituale als soziopolitische Phänomene nicht zu verstehen sind.
Die empirische Darstellung der Militärrituale findet anhand einer Typologie statt. Nacheinander werden vorgestellt: das Wachbataillon als Spezialtruppe für Militärrituale in einem einleitenden Exkurs; das Gelöbnis als militärisches Initiationsritual mit einem Exkurs zur Rolle der Kirche; Staatsempfänge als protokollarische Imponierrituale; Wache und Staatsbegräbnis als Ehren- und Trauerrituale; Kranzniederlegungen als Erinnerungs- und Gedenkrituale und schließlich der Große Zapfenstreich. Militärrituale verweisen auf die Möglichkeit und Bereitschaft der Verteidigung staatlicher Souveränität bzw. Herrschaftsansprüche (neuerdings menschenrechtlich kaschiert) mit militärischen Mitteln. Sie verweisen auf die sogenannte ultima ratio staatlich-politischer Logik, die doch oft schon vor gewaltfreien Alternativen zum Einsatz kommt: militärisch organisierte Gewaltanwendung.
Die Arbeit widmet sich schließlich der Protestbewegung gegen öffentliche Militärauftritte, die die pazifistische Kritik der Friedensbewegung umfaßt und sich in ihren Formen bis hin zum aktionsorientierten Widerstand erstreckt, beispielsweise der GelöbNix-Bewegung. Kritik am Militärritual führt nicht zwangsläufig zu einer Kritik an Militär. Es zeigt sich, dass unterschiedliche Positionen zu Militärritualen in Abhängigkeit zu den jeweils zugrundeliegenden gesamtgesellschaftlichen Analysen stehen, die bei den Akteure wirksam sind.
Dokumente
 
Fachbereich/EinrichtungFB Politik- und Sozialwissenschaften
Erscheinungsjahr2004
Dokumententyp/-SammlungenDissertation
Medientyp/FormatText
SpracheDeutsch
RechteNutzungsbedingungen
Tag der Disputation26.04.2004
Erstellt am05.05.2004 - 00:00:00
Letzte Änderung19.02.2010 - 13:46:50
 
Alte Darwin URLhttp://www.diss.fu-berlin.de/2004/109/
Statische URLhttp://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000001292
URNurn:nbn:de:kobv:188-2004001095
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