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SOZIALÖKONOMISCHE TRANSFORMATIONEN IM LÄNDLICHEN RAUM DER NEUEN BUNDESLÄNDER
Bastian, Uwe

HaupttitelSOZIALÖKONOMISCHE TRANSFORMATIONEN IM LÄNDLICHEN RAUM DER NEUEN BUNDESLÄNDER
TitelzusatzDas Untersuchungsgebiet ist die Region der ehemaligen Kreise Wolgast und Anklam, insbesondere der "Lassaner Winkel" im Amtsbereich Ziethen des heutigen Landkreises Ostvorpommern
TitelvarianteSOCIO-ECONOMIC TRANSFORMATIONS IN THE RURAL AREAS OF THE NEW STATES
Zusatz zur TitelvarianteThe research area is the region of Wolgast and Anklam with special emphasis on the
AutorBastian, Uwe
Geburtsort: Großenhain, Deutschland
GutachterProf. Dr. Bernd Rabehl
weitere GutachterPriv.-Doz. Dr. habil. Klaus Schroeder
Freie SchlagwörterGerman Democratic Republic, Agrarian transformation, Soviet kolkhoz, German unification, Regional elite, Migration of the work force
DDC320 Politik
ZusammenfassungDie Forschungsarbeit stand unter der Fragestellung, inwiefern die gegenwärtigen Ergebnisse der Agrartransformation in den neuen Bundesländern nach der Vereinigung der beiden deutschen Teilstaaten Ausgangsbedingungen für eine prosperierende wirtschaftliche und soziokulturelle Entwicklung darstellen können. Weil diese Ergebnisse außer denen der gesellschaftlichen Transformation nach der deutschen Vereinigung zu einem großen Teil die Folgen der Agrarentwicklung in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR darstellen, wurden am Anfang auch in einer ideologiekritischen Darstellung vor allem die Vorstellungen der ursprünglichen deutschen Sozialdemokratie und des Marxismus erörtert, da die Agrartransformation mit diesen Vorstellungen ideologisch gerechtfertigt wurde.
Im Sommer 1945 begann die Bodenreform. Es wurden alle Betriebe ab der Betriebsgröße von einhundert Hektar entschädigungslos enteignet. Ein großer Teil des enteigneten Landes wurde in sehr kleine Betriebsflächen parzelliert. Größere bäuerliche Betriebe bestanden vor allem in Sachsen und Thüringen weiter.
Ab dem Jahre 1952 begann durch die politischen Direktiven der SED die Kampagne zur Gründung von Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG), Kolchosen nach sowjetischem Vorbild. Die nun geschaffenen LPG waren mit dem eigentlichen Genossenschaftsgedanken nicht adäquat. Denn sie waren quasi Staatsbetriebe, in denen die Bauern zu agrarischen Lohnarbeitern wurden. Das Kommando führten in der Regel eingesetzte Funktionäre der SED.
In den Jahrzehnten nach dem Mauerbau 1961 wurde ein Prozeß der Industrialisierung der Landwirtschaft massiv vorangetrieben. Es entstanden dabei Latifundien mit Flächengrößen bis zu 10.000 Hektar. Nach dem wirtschaftlichen und politischen Zusammenbruch der DDR wurde ein Landwirtschaftsanpassungsgesetz erlassen. Dieses hatte die Anpassung der DDR-Landwirtschaft an die soziale Marktwirtschaft zum Ziel.
Das 1994 in Kraft getretene Entschädigungs- und Ausgleichsleistungsgesetz (EALG) sollte eigentlich bei den Betroffenen der Bodenreform für Entschädigung und Ausgleich sorgen. Es wurde mit diesem Gesetz bestimmt, daß die Berechtigten Ausgleichsflächen verbilligt kaufen könnten. Jedoch durch einzelne Festlegungen dieses Gesetzes war ein Ausgleich in der Praxis weitgehend ausgeschlossen worden.
Die agrarindustriellen Strukturen wie sie durch die Zwangskollektivierung unter der SED-Diktatur hergestellt wurden, sind in der Regel beibehalten worden. Bis zu 90 Prozent des Agrarlandes im untersuchten Gebiet (Ostvorpommern) befinden sich heute im Privatbesitz ehemaliger SED-Agrarfunktionäre. In den neuen Bundesländern existieren über 1.600 landwirtschaftliche Großbetriebe mit Nutzflächen größer als 1.000 Hektar.
Eine Ablösung ehemaliger regionaler Eliten ist weitgehend ausgeblieben. Die neuen sozialen und politischen Bewegungen der Wende 1989/90 in der DDR konnten sich im ländlichen Raum noch weniger etablieren als in den städtischen Zentren. Es kann vielmehr festgestellt werden, daß die frühere Kaderstruktur konsistent geblieben ist und teilweise sogar als »verschworene Gemeinschaft« weiter agiert. Unter diesen Bedingungen entsprachen wirtschaftliche Initiativen bisher nicht den Erwartungen und eine erhebliche Abwanderung von Arbeitskräften war die Folge.
Im Ergebnis der Untersuchung werden Hinweise für gesetzgeberische Änderungen gegeben.
Dokumente
FUDISS_derivate_000000001171
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Fachbereich/EinrichtungFB Politik- und Sozialwissenschaften
Erscheinungsjahr2003
Dokumententyp/-SammlungenDissertation
Medientyp/FormatText
SpracheDeutsch
RechteNutzungsbedingungen
Tag der Disputation18.07.2003
Erstellt am21.08.2003 - 00:00:00
Letzte Änderung19.02.2010 - 12:49:24
 
Alte Darwin URLhttp://www.diss.fu-berlin.de/2003/208/
Statische URLhttp://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000001171
URNurn:nbn:de:kobv:188-2003002080
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