Objekt-Metadaten

Etablierung moderner Methoden der Transfusionsmedizin an einer Kleintierklinik
Reitemeyer, Stephanie

HaupttitelEtablierung moderner Methoden der Transfusionsmedizin an einer Kleintierklinik
TitelvarianteEstablishment of modern blood banking techniques at a small animal clinic
AutorReitemeyer, Stephanie
Geburtsort: Dülmen
GutachterUniv.-Prof. Dr. L. Brunnberg
weitere GutachterUniv.-Prof. Dr. H. Martens
Univ.-Prof. Dr. A. Grabner
Freie Schlagwörterblood banks; transfusion; blood groups; dogs; erythrocytes; fresh frozen plasma; platelet-rich plasma; CPDA-1; CPDA+Adsol; blood transfusion
DDC630 Landwirtschaft, Veterinärmedizin
ZusammenfassungAn der Kleintierklinik der FU Berlin wurde eine Blutbank basierend auf freiwilligen Spendern und unter Anwendung moderner Methoden der Transfusionsmedizin etabliert. Während eines 2-jährigen Untersuchungszeitraumes (10/96 bis 9/98) wurden die Transfusionspraktiken an der Klinik untersucht. Blutspender bestanden aus gesunden Patienten sowie Hunden von Studenten und Klinikangestellten. Sowohl bei Spendern als auch Empfängern wurde die Blutguppe DEA 1.1 mit Hilfe einer Testkartenmethode bestimmt. Ein Kreuztest wurde in solchen Fällen durchgeführt, in denen die Hunde mehr als 4 Tage zuvor eine Erythrozyten-Transfusion erhalten hatten. Von den Spendern wurde eine Menge von 10 ml Vollblut pro kg KG nicht häufiger als alle 3 Monate abgenommen. Unter Verwendung eines geschlossenen Systems wurde Blut in Mehrfachbeutel mit CPDA-1 oder CPD+Adsol als Antikoagulans abgenommen.
Die Bluttransfusionen wurden entsprechend den Prinzipien der Komponententherapie appliziert. Routinemäßig wurden Erythrozyten-Konzentrate (Ery-Konzentrate) und frisch gefrorenes Plasma (FGP), in Einzelfällen auch thrombozytenreiches Plasma (TRP) hergestellt. Ery-Konzentrate wurden in CPDA-1 höchstens 20 Tage, in CPD+Adsol höchstens 37 Tage lang gelagert. FGP wurde bei wenigstens -30°C maximal 1 Jahr lang gelagert.
Aus Gründen der Qualitätskontrolle wurden Proben aus Ery-Konzentraten in CPDA-1 bzw. CPD+Adsol an den Tagen 0, 21, 37 oder am Tag der Transfusion auf die folgenden Parameter hin untersucht: Hämatokrit (Hkt), Hämoglobin, Erythrozytenzahl, pH, Plasma-Natrium, -Kalium, -Glukose und -Ammoniak sowie Erythrozyten-ATP- und -2,3 Diphosphoglycerat-Gehalt. Die Ergebnisse für alle Parameter lagen innerhalb akzeptabler Grenzen. Bei 122 Ery-Konzentraten wurde zum Zeitpunkt der Transfusion oder nach Ablauf der Lagerungsfrist eine bakteriologische Untersuchung durchgeführt. Bei 6 dieser Proben wurde eine bakterielle Kontamination festgestellt.
Während des 2-jährigen Untersuchungszeitraumes wurden 224 Blutspenden von 149 Blutspendern abgenommen. 348 Transfusionen, bestehend aus 49 Vollblut-, 137 Ery-Konzentrat-Transfusionen, 161 Transfusionen von FGP und 1 von TRP, wurden appliziert. Gründe für die Transfusion von Ery-Konzentraten oder Vollblut waren Blutungen (65 Hunde), Hämolyse (22) und ineffektive Erythropoese (14). Vollblut wurde nur bei Hunden mit Thrombozytopenie bzw. Koagulopathie oder bei sehr kleinen Patienten, die weniger als 150 ml Vollblut benötigten, appliziert.
Um die Notwendigkeit für die Gabe von Erythrozyten-Produkten zu ermitteln, wurden die Transfusionen anhand einer Dringlichkeitsskala, zusammengesetzt aus den Kriterien Hkt, akuter Blutverlust, Anästhesie, Schwäche, Tachykardie und Tachypnoe, retrospektiv ausgewertet. Auf einer ansteigenden Skala von 0 bis 12 wurden bei den meisten Transfusionen (79,6%) (n=186) zwischen 4 und 8 Punkte, bei 47 Transfusionen weniger als 5 Punkte erzielt.
FGP wurde bei Hunden mit Parvovirose (40 Hunde), Koagulopathie (25), chronischer Gastroenteropathie (13), Peritonitis (4), Pyo-/Hämometra (3), ausgedehnten Wunden (3), Blutungen (3), Nephropathie (2), Hepatopathie (2) und Pankreatitis (1) transfundiert.
Transfusionsreaktionen konnten während oder kurz nach der Transfusion bei 1,7% der 348 applizierten Transfusionen beobachtet werden. 2 Hunde zeigten Gesichtsödeme, ein Hund Erbrechen, bei 3 Patienten wurden akute hämolytische Transfusionsreaktionen trotz DEA 1.1-Kompatibilität und kompatibler Kreuzprobe festgestellt. Keine der Reaktionen verlief tödlich.
Die Etablierung einer Blutbank für Hunde, basierend auf freiwilligen Blutspendern und modernen Methoden der Transfusionsmedizin, die eine sorgfältige Auswahl der Spender sowie die Anwendung angemessener Blutspende-, Lagerungs- und Administrationstechniken beinhaltet, ist eine praktikable und sichere Methode, Blutprodukte an einer Kleintierklinik zur Verfügung zu stellen.
Dokumente
FUDISS_derivate_000000000279
Falls Ihr Browser eine Datei nicht öffnen kann, die Datei zuerst herunterladen und dann öffnen.
 
Fachbereich/EinrichtungFB Veterinärmedizin
Erscheinungsjahr2000
Dokumententyp/-SammlungenDissertation
Medientyp/FormatText
SpracheDeutsch
RechteNutzungsbedingungen
Tag der Disputation06.03.2000
Erstellt am14.12.2000 - 00:00:00
Letzte Änderung19.02.2010 - 10:40:33
 
Alte Darwin URLhttp://www.diss.fu-berlin.de/2000/87/
Statische URLhttp://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000000279
URNurn:nbn:de:kobv:188-2000000878
Zugriffsstatistik